Holzwickede – Rathaus Holzwickede
4 .Fortsetzung
06.03.2025
Dazu noch ein Detail ca. aus dem Jahr 1790. Die Thurn und Taxis Post zog aus Schwerte kommend durch die Hengser Heyde hoch und der Weg gabelte sich ca. in Höhe des heutigen Kindergartens „Schatzkiste“ links weiter hinter dem Hof Flunkert zum Haarstrang und rechts zum Hof Strenge zur Oststraße und Hengser Weg (nicht über Opherdicke). Eine direkte Verbindung von Hengsen Richtung Holzwickede gab es damals noch nicht, es existierte höchstens ein steiler Fußweg. Erst später gab es eine Hengser Straße mit Anschluß an den Schwarzen Weg. Letzterer Weg wurde dann gekappt und aktuell durch Straßenbau und mit Brückenbau im Jahr 1965 über die A1 als Weiterführung der Massener Straße ersetzt und dies ist der aktuelle Weg nach Hengsen bis hin zum Verkehrskreisel.
Eine folgende historische Zeichnung zu Holzwickede zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Willi Theimann gefertigt zum Jahr 1955 veranschaulicht erstaunlich eindrucksvoll die damalige Topografie u.a. die Postkutsche auf dem Weg zum Liedbachtal vorbei durch die schöne Flöte. Die Karte lohnt weiter ein Studium mit dem Reh im Buchholz, den Mühlen in Natorp und nahe dem Adelssitz Dudenroth, das Fuhrwerk auf der Wickeder Chaussee, der Landwirt z.B. Stehfen oder Middelschulte mit Pferd und Pflug unterhalb der Chaussee, das alte Dorf Holzwickede und der Schulzenhof. Keine Straßenführung zwischen dem Alten Dorf und Ortsteil Dudenroth, war wohl aber vorhanden. Kohleschürfen im Straßenkreuz nach Opherdicke. Letzteres nicht sorgfältig im Bergbauregister registriert, führte übrigens wegen notwendiger Verfüllung wochenlang zur Straßensperrung an der Massener Straße Kreuzung Opherdicker Straße.
Die zugehörigen Unterbauernschaften kommen auf der Abbildung ca. 1790 zur Darstellung
Natorp als nordöstliche Bauernschaft mit ca. 70 Einwohnern um 1800. Westlich davon Rausingen im Jahr 1780 als Bauschingen eingetragen mit ca. 20 Einwohnern. Oberhalb der beiden kleinen Bauernschaften - von West nach Ost ziehend - der alte Handelsweg mit seinen ortsbekannten Synonyma: Köln-Berliner Straße, Chaussee, Heerstrasse, Fernverkehrsstraße 1 (F1), Reichsstraße 1 (R1) und Bundesstraße 1 (B1). Südlich von Rausingen der Adelssitz Haus Dudenroth (eingetragen als Tuddenrodt) eine Bauernschaft mit ca. 70 Einwohnern. Westlich vom Adelssitz Dudenroth Richtung Sölde der Ortsteil Hohenleuchte und hier als Hohe Lichte eingezeichnet mit den nördlich davon gelegenen Landwehrresten. Dann süd – östlich die Bauernschaft Holzwickede mit ca. 175 Einwohnern im Jahr 1800. Diese letztgenannte größte Bauernschaft gab dem Gesamtort nach Zusammenwachsen der Ortsteile (1825) den endgültigen Namen und wird von den Einwohnern seither selbst als ALTES DORF tituliert.
Während die Oberbauernschaft Opherdicke mit Hengsen in den vergangenen 200 Jahren nur einen Einwohnerzuwachs auf gemeinsam 3.000 erreichten, hat Holzwickede eine Steigerung von 300 auf nun 18.000 zu verzeichnen und dies einsetzend mit der Eisenbahnentwicklung und der Industrieansiedlung eigentlich erst ab dem Jahr 1850 !
und dazu noch die Topografie ca. aus dem Jahr 1970
Dicht besiedelt liegt Holzwickede im süd-westlichen Quadranten des Autobahnkreuzes Dortmund – Unna unmittelbar zu Dortmund mit den Ortsteilen Sölde und Sölderholz und zur Stadt Schwerte und der zugehörigen Kreisstadt Unna benachbart im nord-östlichen Quadranten der Straßenkreuzung A1 und A44. Nebenbei bemerkt hier auch die einzige Straßenkreuzung von A1 und B1. Holzwickede ist aktuell die Gemeinde in NRW mit der höchsten Einpendlerzahl an Berufstätigen mit 83% d.h. auf 13.000 Gesamtarbeitsplätzen sind 10.800 von auswärts und nehmen teils recht weite Anfahrten in Kauf!
Parallel zur Strecke A40 und A44 verläuft die Bundesstraße B1 die alte Reichsstraße 1. Die A40 Richtung Dortmund wird nebenbei bemerkt aktuell über geplant 8 Jahre 6spurig für viel Geld und stetiger Verkehrsstörung ausgebaut, damit die Fahrer vor Dortmund schneller im Stau stehen. Die im Bergbau erfahrene Stadt Dortmund hat es in 50 Jahren nicht geschafft, den Verkehrsfluss für den Durchgangsverkehr z.B. durch einen Tunnelbau zu entlasten. So stehen weiterhin 3 Ampelanlagen auf dem Weg der B1 (A40 im Dortmunder Bereich) sprichwörtlich „im Weg“ und sprechen Hohn für den Begriff „Ruhrschnellweg“.
Es finden sich ferner die wichtigen Bahnstrecken Köln – Berlin und Dortmund – Kassel (Eisenbahnlinien schwarz) und zerteilen den kleinen Ort Holzwickede praktisch im Ortskern. Beim Bau der ersten Bahnstrecke im Jahr 1850/55 war hier noch landwirtschaftliches Gebiet zwischen den Ortsteilen Holzwickede (= altes Dorf), Natorp, Rausingen und Dudenroth und dies erklärt die damalige Streckenführung, die mit der Einrichtung eines Bahnhofs und der fulminanten auch industriellen Entwicklung mit rasch steigender Einwohnerzahl bezüglich der resultierenden beengten Ortsverhältnisse problematisch wurde.
Dazu kommt verkehrsmäßig noch direkt nördlich an der B1 der Flughafen Dortmund (oben Dortmund Airport) teils noch auf ehemaligem Gebiet der Gemeinde Holzwickede gelegen. Jedoch sind die Grasbahnverhältnisse aus dem Jahr 1960 überwunden. Airport Dortmund ist mittlerweile der achtgrößte Flughafen Deutschlands geworden mit aktuell im Jahr 2024 von 3,1 Millionen Fluggästen (An- und Abflug gezählt). Auf dem unteren Bild noch die alte Pappelallee der B1 und nach rechts die Autobahn A40/44 und angrenzend Holzwickede. Vom Flughafen Dortmund ins Zentrum Dortmund sind ca.12km zu bewältigen und mir persönlich „versperrt“ nur eine einzige Ampel den Weg zum Terminal. Wenn Sie also einen „verkehrsberuhigten Wohnort“ suchen, denken Sie an Holzwickede, dem einzigen Ort zentral in Deutschland wo die Autobahn A1 die Bundesstraße B1 kreuzt.
Flughafen Dortmund und Grasbahnverhältnisse ca. im Jahr 1960
Die „Vororte von Holzwickede“ sind also unmittelbar benachbart. Die Stadt Dortmund (es gibt zwei Straßenzüge in Holzwickede mit einer Seite Dortmund und der anderen Seite Holzwickede zugehörig), ferner die zugehörige Kreisstadt für Holzwickede nämlich Unna und südlich noch die Stadt Schwerte.
Dazu noch ein Luftbild zur aktuellen Entwicklung (danke Copyright H. Blossey) mit Blick vom Flughafengelände nach Süden über das Gewerbegebiet ECO PORT und weiter über die A 40/44 auf Holzwickede.
und die ungarische Fluggesellschaft WIZZ - AIR ist "Platzhirsch" am Airport Dortmund mit zahlreichen Zielen
spez. im osteuropäischen Bereich (eigenés Foto)
Fortsetzung folgt