Holzwickede – Rathaus Holzwickede

37. Fortsetzung

13.11.2025

Noch ein Blick auf die Fassade zur Straße  Am Markt hin

mit der Fenstergestaltung zum Emschersaal

 

Foto ©Brigida González für bez+kock Stuttgart

 

Nord- und Westflanke  mit altem Rathaus (Foto D. Drossel)

 

Foto ©Brigida González für bez+kock Stuttgart und Frontsicht  Allee

Mit einer Luftbildaufnahme  von Detlef Drossel möchte ich den Rathausanbau in seiner Vorstellung abschließen.  Gut sichtbar die Lichtkuppeln zum Foyer, die Photovoltaikplatten und die Wärmepumpen  auf dem Dachgeschoss.

 

Am 28. Januar 2023 war Tag der feierlichen Einweihung des Rathauses und die Holzwickeder Nachrichten  (Anke Pieper u. Ursula Lindstedt) widmeten  dazu eine  eindrucksvolle und interessante Fotoreportage in ihrem Heft und daraus folgend  die Einweihungseröffnung durch Bürgermeisterin Ulrike Drossel und ein Blick ins Foyer auf die geladenen Ehrengäste.

 

Der Rathausanbau  wurde auch in Fachzeitschriften und Bewertungen aus der Industrie vielfach beachtet und als preiswürdig eingestuft u.a. (BDA Architekturpreis Dortmund Hamm Unna 2023 Longlist beim DAM Preis für Architektur in Deutschland 2025)  und ebenso wie das aufwendige Lichtdesign (ausgezeichnet mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis 2025 in der Kategorie "Innenbeleuchtung/Öffentliche Bereiche"). Aktuell am Montag den 10. November 2025 hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Wettbewerb  WESTFÄLISCHER PREIS FÜR BAUKULTUR seine Anerkennung für den Rathausanbau der Gemeinde Holzwickede  der Architekten BEZ&Kock Architekten, Stuttgart ausgesprochen.

 

Damit möchte ich die Ausarbeitung Holzwickede-Rathaus  vorläufig beenden

 

Es folgen noch Auflistungen zur allg. Historie, zu den Gemeindevorstehern bzw. Bürgermeistern und Pächtern der  Rathausgastronomie.

Es war aber auch ein kleiner Blick auf die historische Entwicklung zur Gemeinde Holzwickede mit dem „roten Faden Rathaus“  und dies durchaus aus persönlicher Sicht mit teils biografischen  Anmerkungen.

Die Ausarbeitung war ferner recht zeitaufwendig. Fehlerhafte Fakten bitte ich durch Hinweise zu korrigieren und auch Ergänzungspunkte oder -erlebnisse sind erwünscht und könnten natürlich   und gerne mit Quellenangabe eingefügt werden.

Ich bedanke mich an dieser Stelle für die Hilfestellung und Zustimmung der Bürgermeisterin Frau Ulrike Drossel, ferner Frau Darleen Kramer aus  dem Fachbereich IV / Technische Dienste der Gemeindeverwaltung und speziell  auch Frau  Catherine Gaertig   und auch Frau Lara Keil aus dem Fachbereich IIb / Schule, Sport, Kultur für ihre unermüdliche Suche im Archiv!

Nicht alle Abbildungen konnte ich quellenmäßig benennen und auch in diesem Fall erbitte ich gegebenenfalls um Meldung zur nachträglichen Dokumentation auf dieser nicht kommerziellen Internetvorstellung.  Ein Dankeschön aber an dieser Stelle schon  für die freundliche Möglichkeit der Vorstellung.

 

Zeittafel Holzwickede

Meine folgende grobe Auflistung habe ich teilweise ergänzt  aus  Zusammenstellungen von  ehemaligen und geschichtsinteressierten Heimatpflegern in Holzwickede und  beruhen auch auf nicht  überprüften  Quellenangaben,  die  zudem  häufig auch gar nicht angeführt wurden.

Dennoch denke ich, resultiert eine kleine Orientierungshilfe zur  allgemeinen  Betrachtung der lokalen aber auch  deutschen geschichtlichen Entwicklung. Zu den angeführten  Daten mit  den Hinweisen ist zudem  eine eigene weiterführende  Recherche  empfehlenswert.

 

4000 v. Chr.    Aus der Jungsteinzeit (5000 bis 2000 v.Chr.) finden sich  durch aktuelle  archäologische Grabungen im Rahmen des Denkmalschutzgesetzes Siedlungsaktivitäten unterhalb der  Bundesstraße 1 auf Holzwickeder Gebiet. Ferner sind anzuführen Flintbeilreste gefunden bei Hengsen und Steinbeilstrukturen im Ostendorf von Opherdicke.

1500 v. Chr.   Fundstücke aus der Bronzezeit (2000 bis 1000 v. Chr.) in Linscheid  im Westen des Ortsteils Hengsen

0 um Christ - Geburt  haben römische Legionen zwischen Lippe und Ruhr ihre Spuren hinterlassen. Sigillata-Scherben auf Gut Dudenroth und auf dem Haarstrang. Landwehranlagen  zum Straßen- und Gebietsschutz. Römische Bauspuren im Eco-Port-Südbereich von Holzwickede

um 450 n.Chr. Das römische Reich zerfällt unter dem Druck der Goten und Franken

600 n. Chr.   Sachsen lassen sich im Holzwickeder Gebiet nieder, vermutlich um das Jahr 700

700 n.Chr.   vermutlich erste Burganlage in  Opherdicke  durch sächsische Edelherren, die wohl auch  die Gerichtsbarkeit innehatten.

770 n. Chr.   Beginn 30jähriger Feldzug unter dem Franken Karl dem Großen gegen die heidnischen Sachsen. Die sächsischen Fluchtburgen Hohensyburg, Iburg (Bad Driburg) u. Eresburg (Marsberg) werden erobert und unter Karl dem Großen die Christianisierung  zwangsweise etabliert. Aufbau von neuen Gerichtsbarkeiten und Verwaltungsstrukturen.

um  850    Abtei und Stift Herford  besitzt den Oberhof Stockum  und hier gehören Höfe in Rausingen und Natorp  dazu

um 900   Das Kloster Werden hat Besitztum   in Holzwickede. In dieser Zeit fanden große Rodungsarbeiten statt (s. Dudenrod)

1000   Im Tal der Emscher wird das Haus Dudenroth  gegründet

1050   Im 11. Jahrhundert  wird  die Stephanuskirche in Opherdicke wohl mit einem ersten Turmbau  errichtet, vermutlich auf ehemaligem heidnischen sächsischem  Grund mit Wehrturmcharakter („Motte“?)

1100   Eine Urkunde der Benediktiner Abtei Werden erwähnt Opherdicke  und im Jahr 1150  wird  ferner Hengsen als „Hegeninchusen“ angeführt

1120   bis 1150 Anbau mit Längs- und Seitenschiff   an der Opherdicker Kirche

1150   Mitte des 12. Jahrhunderts etabliert sich  überregional  die Grafschaft Mark zunächst mit dem Sitz in Altena 

1161   Mit Eberhard I. Graf von Altena  und Sohn des Grafen Adolf IV. von Berg erstmaliger Nachweis zur Region Mark

1174   Die Gründungsurkunde des Klosters Oelinghausen erwähnt  Henricus van ther Rura  als Herr von Haus Ruhr und Burg Herreke

1176   Heinrich von Herreke und Gutsherr zu Opherdicke  und nach seinem Besitz in Hengsen auch de Rura genannt, überträgt nach einer Urkunde im Kloster Scheda seine Besitzungen als Lehen an den Kölner Erzbischof. Nach dem Tod von  Heinrich von Herreke gingen die Lehen als Güter an das Adelsgeschlechts seines Neffen mit  Rembold von Grafschaft über, das Haus Opherdicke aber wohl als Lehen an die Adelsfamilie von Fresendorf.

1203   Die Grafen von der Mark verlassen Altena und machen die Burg Mark bei Hamm zum Stammsitz

1225   Am 7. November wird der Erzbischof zu Köln Engelbert I. im Hohlweg  bei Gevelsberg von Graf Friedrich von Isenberg und seinen Schergen ermordet und nachfolgend wird das Machtgefüge in unserer Region neu gewichtet.

In dieser Zeit findet sich Holzwickede als Holtwicken  in den Vogteirollen des Stiftes Essen und die Abtei Herford belegt den Ortsteil Natorp  als Nortdorp und Rausingen als Rosinchusen

1270   Urkunden erwähnen Adelsitze in unserer Region mit Haus Opherdicke, Haus Ruhr und  Lappenhausen, Haus Vierbeck und Haus Dudenroth. In einer Urkunde von 1296 ist Heinrich von Dudenrode zinspflichtig dem Heiliggeist-Hospital in Dortmund.

1320   Herman von Wickede  wird mit dem Adelshof Vierbecke in Hengsen belehnt. Seine Tochter Agneta wird dort um 1340 geboren (s. späterer Hinweis).

1330   Ein Arnold von Herreke ( Haus Opherdicke) wird mit dem Haus Dudenroth belehnt.

1345   Ein  Goswin von Herreke (Haus Opherdicke) wird Ordensmeister in Livland.

1368   Die Grafschaft Cleve  fällt an die Grafschaft Mark

1378   Agneta („neyse“) von der Vierbecke bedarf doch einer weiteren Erwähnung. Neben dem Adelssitz Opherdicke  und Haus Ruhr lag ein weiterer Adelssitz in der Vierbecke am Vogelsberg unterhalb von Schloß  Opherdicke.

Agneta war mit dem Dortmunder Patrizier Sudermann verheiratet gewesen, dann verwitwet und  blieb damit Bürgerin der freien Reichsstadt Dortmund. Wahrscheinlich  überredet vom Grafen von der Mark, der wie immer mit  Dortmund in Fehde lag, ließ sie sich zur Hilfe beim Überfall auf die Stadt Dortmund überreden. Rotger von Giesenberg machte den Plan, der leider  ein unglückliches Ende nahm. Vielleicht vom trojanischen Pferd geträumt schickte Rotger Agneta zum Wißstrassentor im Morgengrauen des  4.10.1378  mit Sohn und Junggraf Conrad von Dortmund  um Einlass  für Sie und zwei Wagen  zu bitten. Der erste Wagen mit Brennholz beladen sollte das Fallgitter des ersten Tores blockieren und nach Öffnung des Innentores sollten die im Heu versteckten Soldaten des Grafen von der Mark das Wißtor sichern, um den weiteren versteckten Soldaten  von draußen Einlass zu ermöglichen.  Das erste Tor ging auf, Agneta stieg auf den Torturm und schwenkte ihr weißes Kopftuch den nachkommenden versteckten Soldaten des Grafen von der Mark als „Angriffszeichen“. Die Dortmunder Wachmannschaft des Tores  bemerkten die Überfallabsicht und  ließen das Innentor geschlossen. Abends wurde Agneta auf ihrem eigenen  Brennholzwagen verbrannt und der Sohn mit Conrad von Dortmund auf dem Marktplatz enthauptet. Im Jahr

1392   söhnten  sich die Angehörigen von  Agneta mit der Stadt Dortmund  wieder aus.

1418   Das Haus Vierbeck  kommt zum Adelssitz  Haus Ruhr

1444   Arnd von Duddenrod  ist Herr auf Haus Dudenroth, das  nach ihm an das Adelsgeschlecht der Herren von Hövel übergeht und  damit über die folgenden 300 Jahre im Familienbesitz blieb.

1448   Der Graf von der Mark überträgt Arno von Lappe das Gericht Hengsen

1465   Erste urkundliche Erwähnung  einer  Mühle im Reiche des Wassers  in Natorp. Lütgenmühle wohl Ölmühle für Haus Ruhr. Bis zum Jahr 1810 Mühlenzwang. Ein Großteil der Holzwickeder Höfe  hatten damit  den  mühsamen Weg bis Langschede  zur Mühle. Nach dem Jahr 1810  nun Mühle in Opherdicke und auch  an der Emscher (Kranefeld). Ob der Hof Dudenroth  Besitzer einer eigenen Mühle war,  ist vermutlich möglich gewesen.

           Eine Urkunde im Clarissenkloster  Clarenberg erwähnt ein Gericht in Holzwickede.

1469   Durch Heirat kommen die Adelssitze Opherdicke und Ruhr an unter Wilhelm  von Lappe  in eine Hand und er wird zum Jahr 1474 auch Gerichtsherr zu Hengsen.

1486   Das Schatzbuch der Grafschaft Mark führt 21 Bauern in Holzwickede mit ihrer Steuerlast an.

Im Schatzbuch  der Grafschaft Mark ( im Kloster Werden) wird die Luttigen - Muhlen . zum Hause Lappenhausen / Rura  gehörig und erwähnt

1499   Durch Tod von Wilhelm  von Lappe  auf Haus Opherdicke kommt  der Adelssitz als Lehen für die kommenden zwei Jahrhunderte  an die Kamener Burgmannsfamilie von  Fresendorf.

1521   Die Grafschaft Mark vergrößert sich mit Cleve und Jülisch-Berg-Ravensburg durch Heirat.

1544   Bernd  von Lappe wird mit der Kirchspielkirche zu Opherdicke belehnt

1552    Im Jahr 1552 wird ein Ludolf von Fresendorf als Besitzer  auf Haus Opherdicke  genannt und um 1600  ist ein Johann von Fresendorf  landtagsfähig.

1560   Rotger zu Rausingen ist dem Kloster Clarenberg zinspflichtig

1575   Kohlefunde in Opherdicke

1576   Reformation im Kirchspiel Opherdicke unter Pfarrer Johann Fischer

1592   Nachfolger von Pfarrer Fischer wird Arnold Töllner und zu dieser Zeit wird auch eine erste evangelische Schule in Opherdicke erwähnt. Die Familie Töllner stellte über 4 Generationen die Pfarrer in Opherdicke bis zum Jahr 1748

1600   Haus Vierbecke durch Brand zerstört u. kein Wiederaufbau.

1609   Das Adelsgeschlecht Grafschaft Mark stirbt aus mit Tod des Herzogs Johann-Wilhelm  von Cleve-Mark.. Im Jülisch - Cleviscchen Erbfolgestreit kommt  die Mark an Brandenburg und damit zu Preußen

1614   Brandenburger Erlass des konfessionellen Toleranzedikts

1618   Das Herzogtum Preußen geht durch Heirat an Brandenburg

1648   Westfälischer Friede beendet den 30jährigen Krieg. Brandenburg erwibt das Fürstentum Minden.

1659 Die Erbin Anna Margaretha zu Lappe heiratet Heinrich Friedrich von der Mark zu Villigst und gibt Lappenhausen  als Wohnsitz auf.

1666   Beendigung des Jülisch-Clevischen Erbfolgestreits

1683  bis 1687  erweitert Arnold Heinrich von Fresendorf das Haus Opherdicke mit den imposanten Ecktürmen und errichtet selbst  durch Ehe katholisch geworden  eine katholische Schule und stiftet 1702 die Stephanuskirche

1715   Die Gebrüder Gerhard Moritz und Caspar Engelbert von Fresendorf vererben  zunächst Haus Opherdicke an ihren Neffen Arnold Anton Diederich von Ovelacker (dieser verstarb aber früh) und daher verkauften die Gebrüder im Jahr 1719 das Gut Opherdicke  an  den Burgmann zu Kamen und zu Wambel  an Johann Diedrich von Hane (aus dem Haus Werve).

1717   Im Hixterwald  Einrichtung von Kohlengruben unter dem Namen „Schwarzer Adler“.

Einführung der Schulpflicht in Preussen  durch . Edikt von 1717. 

1721   Johann von Hahne seit 1719 Nachfolger auf Haus Opherdicke, ertrinkt mit Angehörigen in der Ruhr bei Hochwasser in der Höhe der heutigen "Schoofsbrücke".

1726   Die Pest grassiert in Opherdicke

1733   Friedrich-Wilhelm I. weigert sich die Burg Altena im Erhalt zu unterstützen

1743   Henrietta von der Mark heiratet Freiherrn Ferdinand von Elverfeld aus Herbede

1753   Preußische Verwaltungsreform

Die Bauernschaften Holzwickede, Natorp, Rausingen, Dudenroth, Hengsen und Opherdicke  kommen zum Kreis Hamm  und dies im Amtsbereich Unna

1758   25. August. Wilhelm von Hövel  vom Haus Dudenroth  und Rittmeister der Seydlitz-Dragoner im  preußischem Verband (General Friedrich Wilhelm von Seydlitz befahl eigenmächtig die schlachtentscheidende Attacke)  fällt in der  Schlacht von  Zorndorf   gegen die russische Armee.  Friedrich II. (Alte Fritz) befördert  den Rittmeister noch auf dem Schlachtfeld zum Major. Die etwas sagenhafte Übermittlung  berichtet vom „Zweiten Gesicht“ der Schwester von Wilhelm,  die den Tod ihres Bruders auf dem Schlachtfeld  zeitgleich  auf Haus Dudenroth  tragisch erahnt  und miterlebt.

1764   Durch königlichen Erlass regelt Friedrich II. die Versorgung der Salzwerke  Unna-Königsborn  mittels Lieferung  aus Holzwickeder Kohlegruben.

1772   Die Pockenerkrankung wütet in Holzwickede.

vor 1777 Hof Lappenhausen wird aufgegen und allein als Wirtschaftshof betrieben.

1796   Freiherr vom und zum Stein (s. Schloss Cappenberg) war Preußischer Staatsminister  in Berlin   auch mit wichtigen Reformen   auch in unserer Region (Verwaltung, Bergbau, Straßenbau)  und wurde im angeführten Jahr  auf seiner anfänglichen Laufbahn Oberpräsident der westfälischen Kriegs- und Domänenkammer Hamm, Wesel und Minden.

1793   Der Rittersitz Opherdicke  kommt testamentarisch  aus dem Haus von Hane  an den Neffen  Franz Kaspar Freiherr von Lilien aus der Werler  Erbsälzerfamilie.

1806   Napoleon  besiegt  das reformunfähige Preußen bei Jena und Auerstedt und bildet das Königreich Westfalen nun mit vielfältigen diktierten Reformen und die Grafschaft Mark kommt zum Großherzogtum Berg.

Die Bauernschaften Holzwickede, Natorp, Rausingen, Dudenroth, Hengsen und Opherdicke  kommen zum Amt Aplerbeck im Landkreis Dortmund.

Erster Bürgermeister wird  Freiherr von Lilien auf  Haus Opherdicke

1807 bis 1813  Baron von  Romberg zu Brünninghausen  Präfekt des Ruhrdepartements.

1808   Napoleonische Reformen   griffen tief in  das politische Leben und Denken der Bevölkerung ein und brachten das Gedankengut der französischen Revolution  und Immanuel Kant spricht von  der Selbstbestimmung des Individuums.

Auflösung der Leibeigenschaft (s.  Motto König Friedrich: “Nach Martini gibt es nur noch freie Leute“). Zur Hofablösung ab dem Jahr 1816 war das Modell von Freiherr Vincke  für die Pächter die bessere Variante als Landabgabe an den Grundherrn, die evtl. Unwirtschaftlichkeit bedingte. Die Ablösesumme war  das 18 bis 20fache der bisherigen Jahresabgabe und konnte über Zwischenfinanzierung  durch eine Bauernrentenkasse  an den ehemaligen Grundherrn  über bis zu 40 Jahre  erfolgen. Freie Bauern und Ablösung im Holzwickeder Bereich relativ spät um das Jahr 1840

Auflösung der Klöster, Enteignung der Kirchengüter.

1809   22.9. Friedrich Stehfen wird in Holzwickede geboren  (s.a. eigener Menüpunkt)

1810   Einführung des Code Napoleons (Zivilgesetzbuch) in Westfalen

1814   Völkerschlacht bei Leipzig und Ende der napoleonischen Zeit

1815   wurde die preußische Provinz Westfalen geschaffen, (1. Oberpräsident Freiherr von Vincke) und 1817 wurden unter Zusammenfassung mehrerer  Ämter und Bürgermeistereien die neuen preußischen Landkreise gebildet.

Die Bauernschaften Holzwickede, Natorp, Rausingen, Dudenroth kommen mit Hengsen und Opherdicke weiter  ins Amt Aplerbeck  und verbleiben somit im Landkreis Dortmund.

1817   Die Bezirksregierung wird von Hamm nach Arnsberg verlegt. Hamm erhält das oberlandesgericht.

1818/22   Anlegung des Urkatasters („die Landmesser waren unterwegs“) und legen den Lünschermann Hof im Ortststeil Dudenroth als Emscherquellort fest.

In Holzwickede wird die gemeinschaftliche Mark unter den Höfen aufgelöst und anteilig zugewiesen (die größten Höfe bekamen dadurch auch die größte Fläche).

Festlegung erster Einwohnerzahlen mit Holzwickede 340, Hengsen 295 u. Opherdicke252.

1829    erste Kreistagswahl nach dem Dreiklassenwahlrecht.

1838   Die letzte  Witwe von Hövel verkauft Haus Dudenroth an Justitiar Overweg.

1841   Durch die Landgemeindeordnung von 1841 erhält Holzwickede eine Anerkennung als selbständige politische Landgemeinde im Amt Aplerbeck mit eigener Gemeindeversammlung und Haushaltsführung  zum 31.10.1841

Der Hof Dudenroth geht von Overweg  an die Familie Ebbinghaus. Ein neues Hofgebäude wurde im Jahr 1854 ca. 100m weiter westlich errichtet.

1843   Holzwickede, Natorp, Dudenroth und  Rausingen  werden vereinigt.

Die größte Bauernschaft Holzwickede gibt dem neuen Ort ihren Namen und die Bewohner nennen diesen Teil zukünftig „Altes Dorf“  zur Kennzeichnung und zur Orientierung

1846   Gründung der Zeche am Brauck (s. eigener Menüpunkt  Holzwickede – Zeche).

           Das Haus Opherdicke wird  katholisch und zugehörig Bistum Köln, später Paderborn

1844   am 16.3. Ablösevetrag von Ludwig von Elverfeld mit Gisbert Lütgemüller. Lüttgenmühle nun im Eigenbesitz.  

1851   Erste evangelische Grundschule  in Holzwickede „am Rübenkamp“ neben dem Schulzenhof

1853   Bau der Südschule (Ecke Goethe- und Friedhofstraße)

1853 bis 1855   Bau der Eisenbahnstrecke Dortmund - Soest

1855   Gründung der Bergbau=Actien=Gesellschaft Caroline, 1.Schachtbetrieb am Brauck

1857  Zeche Caroline  etabliert 2. und nachfolgend alleinigen  Schachtbetrieb  zentral am Bahnhof Holzwickede.

1859   1. Briefkasten in Holzwickede am Haus Gravert im Alten Dorf.

1860   Bahnstation Holzwickede an der Eisenbahnstrecke Dortmund – Soest.

Die Brunnen in Holzwickede versiegen allmählich  durch den Bergbau. Ab 1888 öffentliche Wasserversorgung.

1861  1.6. eigene erste Poststelle  im Bahnhofs“schuppen“ (s. eigener Menüpunkt Post)

1863   Einweihung Hellweger Erziehungshaus (s. Stehfen und eigener Menüpunkt).

Die preußische  Verwaltung  führt Straßenschilder und Hausnummern ein.

1865   Ein Bürgerschützenverein gründet sich in der Gaststätte Gravert, Altes Dorf.

1867   Die „Bergisch-Märkische Bahnstrecke“ wird nach 4jähriger Bauzeit eröffnet, verkürzt die Strecke Berlin – Köln um 18 Kilometer und macht Holzwickede fortan zunehmend zu einem  wichtigen Knotenpunkt mit Umsteige- und Umladungsmöglichkeiten  mit bis zu 1000 beschäftigten Bahnarbeitern. Die Post Holzwickede verläßt das Bahnhofsgebäude und zieht in das neue Eckhaus Rausingerstraße/Nordstraße für die nächsten 20 Jahre um.      

1871   Friedrich Stehfen baut mit seiner 2. Stiftung die Präparandenanstalt als Anbau an das Erziehungsheim

1872  1. Februar Einweihung und Eröffnung der Präparandenanstalt von Friedrich Stehfen (s. eigener Menüpunkt Stehfen)

1873   Dortmund wird kreisfreie Stadt und Holzwickede, Hengsen und Opherdicke bleiben im Amt Aplerbeck  aber  nun im Landkreis Hörde

Zechengewerkschaft Caroline baut Bergarbeitersiedlung „Alte Kolonie“ und die Bahn baut für ihre Arbeiter das Wohngebäude „Große Feme“ an der Bahnhofstraße (ging zu dieser Zeit bis zur Straßenunterquerung der Emscher)

1876   Einweihung Kriegerdenkmal im „Alten Dorf“, dann im Jahr 1910 Aufstellung auf dem zukünftigen Marktplatz und später  im Jahr 1962 Abriss

1883   erster Wochenmarkt auf dem Rathausplatz vermutlich bis 1896, Ab 1926 anhaltend wieder auf Rathausplatz.

1887   die Poststelle Holzwickede zieht von der Nordstraße in das Eckhaus Allee  und Poststraße um

1888   Holzwickede erhält Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung

1889 bis 1911 Stahlfußgängerbrücke überspannt mit 60m die Bahngleise am Bahnhof

1890   Die evangelische Nordschule wird eröffnet

1895   Ziegelei wird in Rausingen  gegründet.

1896   Holzwickede erhält eine  erste eigene Apotheke mit dem  Apotheker Brodtmann.

           Die Poststelle Holzwickede zieht erneut um in ein neues Gebäude auf der Königstraße (heute Stehfenstraße).

           Eigene Poststelle auf dem Haarstrang im Haus Becker in Opherdicke (s.a. Menüpunkt Post).

           Freiwillige Feuerwehr gründet sich und Standort Bahnhofstr. bis1911 dann Umzug auf zuküftigen Markt- und Rathausplatz bis 1987.

1897   Zeche Caroline kauft den Gutshof  Dudenroth

1899   Sölde stimmt gegen den Vorschlag von Gemeindevorsteher Bürger eine Amtsbildung mit Holzwickede, Hengsen,  Opherdicke, Billmerich  und Massener Heide  anzustreben

1900   Holzwicke übernimmt den Hilgenbaum ins Gemeindewappen

1901   Hamm wird kreisfreie Stadt, bleibt aber bis 1930 Sitz des Landratsamtes

1902   Errichtung der Dudenrothschule

1904   Einweihung der katholischen Kirche am 13.11. 

1906   Kaspar Michael Freiherr von Lilien verstirbt  und seine Nichte Enna von Fürstenberg erbt  das Haus Opherdicke.

          Einweihung der KIndererziehungsanstalt in Opherdicke als Dependance des  Hellweger Erziehungshauses (bis 1931).

          Turnhallenbau an der Präparande (überstand  den Luftangriff vom 23.März 1945). Gemeinde Holzwickede übernimmt den Bau

          nach dem Krieg als Mehrzweckgebäude für Politik, Vereine und Kulturveranstaltungen

1907   Auch die evangelische Kirche erhält ihren Kirchenbau in Holzwickede. Einweihung 12.7. Pfarrer Meißner.

Ein öffentliches Elektrostromnetz wird eingerichtet und eine erste Straßenbeleuchtung aufgebaut.      

1910    Sparkasse Aplerbeck eröffnet eine Zweigstelle auf der Kaiserstraße und auch die Steuerhebestelle kommt mit in die Räumlichkeiten  in Holzwickede.

Gründung eines genossenschaftlichen Konsumsverein für die Eisenbahner mit 249 Familien.

1911   Feuerwehr zieht von  der Bahnhofstraße auf den Marktplatz.

Holzwickede erhält eine Unterführung unter den Bahngleisen. Baufirma. Garre Sedanstraße heute Vinckestr.

1912   Trümper wird erster Gemeindesekretär in Holzwickede (bis 1945) und führt ab 1922 auch standesamtliche Trauungen durch.

Sattler wird evangelischer Pfarrer in Holzwickede. und bleibt bis  zum Jahr 1934.

1913   Steuerhebestelle geht zur Nordstraße ins Gasthaus zur Post bei Schopp (Gebäude Schopp als Post  im Jahr 1866 von Landwirt Hiddemann gebaut)

1913   Denkmal zu Ehren der Gefallenen des Krieges 1870/71 zieht aus dem Alten Dorf auf den Marktplatz um

1913    9. September Beschluss des Gemeinderates Holzwickede zum Bau eines Verwaltungsgebäudes unter Ortsvorsteher Schroer

Die Zeche Caroline kauft den  Schulzenhof

1914   19. Januar  werden die Baupläne des Amtsbaumeisters Stricker zum neuen Gemeindehaus genehmigt. Baubeginn Ende April 1914

            21.März Genehmigung einer Schankwirtschaft im Rathausbau

           Gemeindedirektor Schroer stirbt und Nachfolger wird Karl Luicke

           1.8. Kriegsausbruch und Holzwickede wird Verpflegungsstation für die durchfahrenden Soldatenzüge

           6.8.14 Stilllegung der Baustelle Gemeindehaus

           20.11. Rathausbau wird fortgesetzt, da sonst Winterschäden zu befürchten sind

1915   Die Gemeinde mietet ein Büro mit 2 Räume  in der Mühle Kranefeld auf der Kaisertraße an  und hier auch fortan Steuerhebestelle

           Der Bau des Gemeindehauses geht zügig voran. April 1915 schon Verglasung

           21.10. Teilbezug möglich und erste Gemeindeversammlung im Rathaus

1915/16   Bezug zweier Wohnungen im ersten Stock (Gemeindesekretär und Sparkassenrendant) des zukünftigen Rathauses

1918   Ausbau Dachgeschoss für Hausmeister und gegebenenfalls  Rathaus - Wirt

Kriegsende mit deutscher Kapitulation und ein Infanterieregiment wird in Holzwickede zur Demobilisierung im Rathaus stationiert.

Enna von Fürstenberg verkauft Haus Opherdicke an den  Gutsbesitzer Theodor Regenbogen,  der seinen Hof in Dortmund – Huckarde  an die Zeche Hansa verkaufen muss.

Adolf Hitler beschließt im Kriegslazarett Pasewalk "Politiker zu werden, um Deutschland zu retten".   

1919   Steuerhebestelle zieht  von Kranefeld ins Gemeindehaus (Wilberg war damals Amtskassenrendant). Im Rathaus wird eine Polizeistelle eingerichtet.

            19.3. erste Ratssitzung nach dem Krieg

             Im Mai Diktatfrieden mittels Versailler Vertrag, schwierigste Etablierung einer Demokratie  s.  Weimarer Republik

             Die Fa. Mayweg – Wiederholt gründet sich in Sölde am Ortsrand Rausingen  und später 1927  hier Holzwickeder Gebiet (s. eigener Menüpunkt Wiederholt)

1921   Polizeikommissar Berlitz wird von Polizeiobermeister Schleef  im Rathaus abgelöst

Die  Idee  des Zusammenschlusses von   Holzwickede, Hengsen und Opherdicke  findet ebenso wie im Jahr 1928 keine Mehrheit.

1922   Trauungen im Gemeindehaus möglich. Standesbeamter Gemeindesekretär Trümper

1923   Rheinlandbesetzung durch französische Truppen. Hochinflation in Deutschland.

           Hitler und Ludendorf scheitern beim Putschversuch in München am 8.u.9.November

1924   am 15. Juni wird  das Denkmal mit Tafeln der Gefallenen 1.WK ergänzt

1926   Am 2. April 1926  etabliert sich der Wochenmarkt vor dem Rathaus und in diesem Jahr  wurde auch übrigens eine geregelte Müllabfuhr eingeführt.

1927   24.2. Beschluss Ratskeller zu betreiben. 1.Pächter Frölke

Hörde kommt zu Dortmund. Der Landkreis Hörde wird 1929 aufgelöst und Holzwickede  wählt den Landkreis Hamm (siehe unten 1929)

            27.5. Karl Luicke tritt als Ortsvorsteher ab und Nachfolger Theodor Rieke (II.)

            2.11. Kreistag in Hamm stimmt mit 19 zu 10 Stimmen der Verlegung nach Unna zu

Die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) kaufen die Zeche Caroline und werden somit Großgrundbesitzer in Holzwickede (s. Hof Dudenroth und Schulzenhof).

VEW kauft ferner die HöfeSchoof, Lohhof, Schroer und Schmerkötter im Ortsteil Dudenroth.

1928    wird das Jahr der ständigen Überlegungen und Diskussionen in Holzwickede zur Wahl der Kreiszugehörigkeit

Die Marienschule in Opherdicke wird eröffnet.

Die Fa. Mayweg-Wiederholt  gründet ihre erfolgreiche Sparte "Gartenschmuck"

Das Kriegerdenkmal zwischen Hengsen und Opherdicke wird eingeweiht

1929   14.2. Beschluss im Rat von Holzwickede  zum Anschluss nach Hamm und Holzwickede scheidet aus dem Amt Aplerbeck aus

            30.4. Berlin stimmt der Kreisverlegung von Hamm nach Unna zu

            21.6. bestätigt der Rat in Holzwickede diese Entscheidung abschließend , die am 1.9. nun mit der Zugehörigkeit zum Kreis Unna Gesetz wird

            Anschluss an die öffentliche Gasversorgung

           am 1.September  Einweihung Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallen des Reserve-Infanterie-Regiments 130 Metz (Elsass) im 1. Weltkrieg durch Bildhauer Fritz Richter – Elsner, Berlin Der Soldat mit Stahlhelm  hält in der linken Hand  das Gewehr, die rechte Hand ist zum Schwur erhoben und das Gesicht und  der Blick ist nach Südwesten zur ehemaligen  Garnisonsstadt Metz gerichtet und es ist damit eindeutig kein Mahnmal sondern Kriegerdenkmal mit  deutlich revanchistischem Ausdruck und Gestaltung

           Oktober Crash  der New Yorker Börse und Auslösung der Weltwirtschaftskrise mit 6 Millionen Arbeitslosen in Deutschland.

1930   17.10.  aus Berlin wird per Gesetz der KREIS UNNA mit Kreisstadt UNNA bestätigt

1932   Theodor Rieke  fährt nach Berlin zur Abwendung der drohenden Schließung der Zeche Caroline  in Holzwickede

1933   23. Januar  Machtübergabe und Adolf Hitler wird Reichskanzler.

           Neuer Ortsvorsteher wird parteikonform der Landwirt Spring  und das Rathaus entwickelt sich zum „braunen Dienstgebäude“.

            „evang. Kirchenkampf“ in Holzwickede bis zum Beginn 2. Weltkrieg.

            Auf der Kaiserstraße der heutigen Hauptstraße wird eine öffentliche Telefonzelle errichtet.

1934   Freibaderöffnung am 26. August der „Schönen Flöte“ durch Bürgermeister Spring in üblicher NS – Inszenierung.

1935   Der Ingenieur Hugo Mayweg und  der Kaufmann Vincenz Wiederholt trennen sich  im Rechtsstreit

1936   Landjahrlager in der ehemaligen Erziehungsanstalt Opherdicke  bis  ca. 1945

1937   Musikkapelle der SS-Leibstandarte Adolf Hitler  gibt auf dem Marktplatz vor dem Rathaus  ein 1stündiges Konzert am 27.6.

1938   Vincenz Wiederholt baut erste Werksiedlung an der Hermann Göring Straße.

Jüdisches Textilgeschäft Herzberg  auf der Hermann Göring Straße wird  auf NS - Druck  geschlossen.

1939   Hitler gibt Befehl zum Angriff auf Polen, der 2. Weltkrieg mit ca. 50 Millionen Toten auf allen Seiten  beginnt seinen schrecklichen Verlauf mit dem apokalyptischen  Ende der NS – Zeit im Jahr 1945

1945   23. März alliierter Luftangriff auf  den Bahnhof  von Holzwickede  mit 54 Toten spez. auch im Alten Dorf, viele Verletzte und zahlreiche zerstörte Wohngebäude.

           Völlige Zerstörung der ehemaligen Stehfenstiftungen an der Rausingerstraße bis auf den Turnhallenbau.

           11. April amerikanische Truppen erreichen Holzwickede

            Amerikaner übergeben bald an die britische Besatzungsmacht.

            Briten setzen Josef Kiel (SPD) als Gemeindedirektor ein

1946   Erwin Heller wird als Nachfolger gewählt.

                        s.a. weitere Auflistung im Anhang

1948   20./21. Juni Währungsreform  von der Reichsmark zur Deutschen Mark,

            Robert Kahl übernimmt  das Geschäft Nasse und etabliert die Fa. RoKaDo.

            Die in der Stehfenstraße durch Luftangriff zerstörte Poststelle, erhielt ihr Notquartier in der Aloysiusschule und wurde im Jahr 1948 im Haus Hohagen auf der Bahnhofstraße untergebracht.

1950   Opherdicke feiert  1000jähriges Jubiläum.

            Theodor Martin gründet seine Fa. in der alten Ziegelei in der Stehfenstraße, Gelände heute Fa. Rossitis.

1951   Etablierung jährliches Schützenfest in Holzwickede durch Konrad Schmulbach.

          Stilllegung der Zeche Caroline im Mai 1951

1952   Fa. Wiederholt übernimmt Übertagegelände der Zeche Caroline. und Etablierung der  Fa. Eisenwerk Caroline.

           Erich und Heinz Lipphard gründen das Unternehmen Montanbedarf - akt. Montanhydraulik -in der Bahnhofstraße.

1953   erste Volksbankfiliale in Holzwickede im Haus Rieke 

1955   90jähriges Schützenfest  mit Schützenoberst Konrad Schmulbach

          Sparkasse  gibt die Räume im Rathaus auf und bezieht  ihre Niederlassung im neu errichteten Eckhaus Bahnhofstraße/Allee.

          Die Sparkassenräume im Rathaus übernimmt das Gesundheitsamt (s. Säuglingsvorsorge).

          Polizeiwachtmeister Muhlack zieht aus seiner Rathauswohnung aus, die fortan von der Gemeinde genutzt wird.     

         Ab dem Jahr 1955   erste Gestaltung zum Emscherpark (mit fortlaufenden  Erweiterungen und Umgestaltungen).

1956  Die neu aufgestellte Bundeswehr  übernimmt das Gelände des Truppenübungsplatzes der ehemaligen Wehrmacht in Hengsen

1956  bis 1957  Post und Feuerwehr werden am Marktplatz  neu gebaut.

1958   Eröffnung der Paul Gerhard Schule in Hengsen,

22.01. Vincenz Wiederholt erhält das  Bundesverdienstkreuz I.Klasse  von Bundespräsident  Prof. Dr. Theodor Heuss verliehen.

1959   Fertigstellung  Emscherstadion  heute Montanhydraulik-Stadion

1961 bis 1962 Fertigstellung Autobahn A40/44 zwischen B1 und der Gemeinde Holzwickede

1962   Stationierung von Nike-Herkules-Raketen in Opherdicke ausgestattet mit Atomsprengköpfen unter  amerikanischem Kommando  und NATO-Unterstellung  bis zum Jahr 1986

1962   30. April Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz wird abgerissen und der Marktplatz wird neu gestaltet ebenso der Emscherpark einschließlich Erweiterung  mit Spielplatz

           und Aufstellung Mahnmal  von Josef Baron

1964   Nach  3 Jähriger Planung und Bautätigkeit  Sanierung  Freibad „Schöne Flöte“ mit  neuer Beckenlandschaft

           Planung Wohnbereich  mit NATO-Siedlung und Wohngebiet „Neue Mitte“

           Die Dortmunder Stadtwerke erwerben Lappenhausen. Auch der Wirtschaftshof wird bis 1973 abgerissen.

1967   4stellige Postleitzahl wird eingeführt s.a. Menüpunkt Post.

Holzwickede wird amtsfrei und entscheidungsbefugt in allen örtlichen Gegebenheiten.

1968   Bildung der Großgemeinde Holzwickede unter Einbeziehung von Hengsen und Opherdicke

           Erwerb der Zechensiedlung „Alte Kolonie“ und Planung  als Gewerbegebiet

            Gründung der Hauptschule Holzwickede

1969   Emscherkaserne wird für die 3. Batterie FlaRakBtl 21 zur Betreuung  des NATO-Stützpunktes in  Opherdicke errichtet

1976   Der HSV wird „Deutscher Fußball- Amateurmeister“

            Die Hilgenbaum – Sporthalle wird auf dem Hofgelände Kissing  errichtet.

            Haus Dudenroith wird abgerissen.

1977   Gründung   Städtepartnerschaft Louvier und Holzwickede

1978   Gründung der Sonderschule  Karl Brauckmann und Fertigstellung der Hauptschule Josef – Reding - Schule

           Errichtung Ärztehaus für Facharztversorgung (Internist, Frauen- und Kinderarzt)

1980   Der Kreis Unna erwirbt  Schloss Opherdicke

1984   Gründung Städtepartnerschaft Weymouth &Portland mit Holzwickede.  Altentagesstätte bzw. Seniorenbegegnungsstätte  wird eingeweiht

1987   Feuerwehr zieht vom Marktplatz nach 76 Jahren in die Bahnhofstraße zurück.

           Nach Abbau der Nike-Herkules-Stellung  erfolgt Aufbau des Patriot-Luftabwehrsystems in Opherdicke

1990    Wiedervereinigung Deutschlands aus BRD und DDR.

            Fa. Wiederholt zieht sich vom Gelände der ehemaligen Zeche Caroline zurück.

1993   Planung Schulzentrum an der Opherdicker Straße  u.a. mit dem Gymnasium Clara -      Schumann.                       

            Einführung der 5stelligen Postleitzahl

1997   Start Gewerbegebiet ECO Port

2000   Opherdicke feiert 1050jähriges Jubiläum mit einem Postsonderstempel

2003   Die Gemeinde übernimmt das Übertagegelände der ehemaligen Zeche Caroline von der Fa. Wiederholt und plant ein zentrales Wohngelände

2004   Ende der  Militärstationierung in Holzwickede

2005   Fa. Recitel als Nachfolger der Fa. RoKaDo schließt den Standort Holzwickede.

2006   Das Wohngebiet auf dem  ehemaligem  Zechengelände Caroline entsteht

2009   Neugestaltung des Emscherparks durch die Emschergenossenschaft. Mahnmal Baron    wird in die Stadt Munster "umquartiert".

           Mahnmal Josef Baron in neuer Replik wird im Foyer des Clara Schumann Gymnasiums aufgestellt.

           Postamt  Am Markt wird am 7.5. endgültig geschlossen u. eröffnet am 8.5. im EDEKA-Markt

2010   Local-Hero-Woche vom 31.Okt. bis 6. Nov. in Holzwickede

2011   Am 1. Juni  150 Jahre Poststelle Holzwickede mit Postsonderstempel ( s. eigener Menüpunkt Post)

2013   Nach dem Umzug der Poststelle  ins EDEKA – Geschäft wird das Postgebäude am Marktplatz abgerissen und weicht einer Neubebauung mit 4 Häusern

2015   Festveranstaltung 100 Jahre Rathaus u.a. mit Postsonderstempel,

           Die chinesische Zhonding Holding Group. Ltd. Übernimmt das Wiederholt Werk

2017   Planungsstart  Rathauserweiterung  mit großzügigem Anbau

           Neubaugebiet „ Wohnpark  Emscherquelle“  startet, Abschluss 2024

2018   50jähriges Jubiläum Großgemeinde Holzwickede u.a. mit Postsonderstempel und Sonderpostamt vor demRathaus.

           Mit Genehmigung vom 23.8. Holzwickede offiziell Emscherquellgemeinde.

2019   29. Oktober  Spatenstich  zum Start Anbau Rathaus 

2023   28. Januar Einweihung der großzügigen  Rathauserweiterung

 

Gemeindevorsteher  bzw. Bürgermeister der Gemeinde Holzwickede

mit Stellvertreter bzw. 1. Beigeordnetem (ergänzungsbedürftig).

 

Name

1.stv.Bürgermeister

bzw. 1 Beigeordneter

2.stv.Bürgermeister

von   -  bis

Middelschulte

 

 

1843 bis 1850

Stehfen, Friedrich

 

 

1850 bis 1859

Hiddemann, Gottfried

 

 

1859 bis 1881

Barenbräucker, Wilhelm

 

 

1881 bis 1893

Büddemann, Ludwig

 

 

1893 bis 1911

Schroer, Wilhelm

 

 

1911 bis 1914

Luicke, Karl

 

 

1914 bis 1927 vermutlich aber bis 1931. Starb 12.3.31 plötzlich. Amtsgeschäfte übernahm stellvetretend SCHNITZER bis zur Wahl von Theodor Rieke.

Rieke, Theodor

 

 

1927 wohl 1931 bis 1933

Spring,

Friedrich Wilhelm

 

 

1933 bis 1945

Kiel, Josef

SPD

 

 

1945       bis 14.3.1946

Heller, Erwin

SPD

 

 

14.3.1946 bis 24.9.1946

Rieke, Theodor

CDU

 

 

24.9.1946 bis 17.10.1948

Rieke, Theodor

CDU

Heller, Erwin

SPD

Geteilte Wahlperiode

 

17.10.48 – 1950

 

1950 – 9.11.1952

Heller, Erwin

SPD

Becker,Wilhelm CDU

 

21.11.52- 1956

Heller, Erwin

SPD

Schmidt, Eugen

CDU

 

9.11.1956-1961

30.3.61-1964

Heller, Erwin

SPD

Betgen, Heinrich

CDU

 

27.9.64-7.9.1967

Adelt, Walter

SPD

Ambrosius, Gerd

CDU

 

7.9.67- 21.3.1968

Heller, Erwin

SPD

Wortmann, Josef

CDU

 

21.3.1968-1969

Wortmann, Josef

CDU

Richwin, Werner

WG

 

27.11.69-22.5.1975

Schürhoff, Heinrich

SPD

Richwin, Werner

WG

Brauckmann, Erich

FDP

22.5.75-18.10.1979

Schürhoff, Heinrich

SPD

Richwin, Erich

WG

Rommel, Ulrich

SPD

18.10.79-30.10.1984

Schürhoff, Heinrich

SPD

Zumbusch, Berthold

CDU

Rommel, Ulrich

SPD

30.10.84-27.10.1989

Mader, Magret

SPD

Zumbusch, Berthold

CDU

Beiner, Felix

SPD

27.10.89-22.11.1994

Mader, Magret

SPD

Lohoff, Gerhard

CDU

Becker, Doris

GRÜNE

22.11.94-12.9.1999

Rother, Jens

SPD

Mölle, Monika,

SPD

Brinkmann, Wilfried

12.9.99-26.09.2004

Rother, Jens

SPD

Mölle, Monika

SPD

Lausmann, Frank

CDU

2004-2015

Drossel, Ulrike

BBL

Kasischke, Bernd

parteilos

 

2015-2020

Drossel, Ulrike

BBL

 

Kasischke, Bernd

parteilos

 

2020-2025

Knoche, Till

SPD

Kasischke, Bernd

parteilos

 

2025

 

Ratskeller, Allee 5 (Pächter u. Betreiber)

nach dem lesenswerten Buch des Historischen Vereins Holzwickede e.V.

„Der schönste Platz…“

Kneipen und Gaststätten in Holzwickede, Hengsen und Opherdicke

 

1914    Genehmigung zur Einrichtung einer Schankwirtschaft wurde am 21.03.1914 erteilt

1915    1915 bis 1927 wurde der Ratskeller nicht bewirtschaftet, er diente als Lagerraum für Lebensmittel für die Holzwickeder Bevölkerung im 1.Weltkrieg, u.a. wurden hier auch Waffen nach dem Krieg gelagert und eine Schulklasse einquartiert. Bevor der erste Wirt seine Schanktätigkeit ausübte, war auch noch die Bibliothek hier einquartiert

1927    erster Wirt 1927 Frölke vom 15.7.1927 gibt  frühzeitig auf und auch sein Nachfolger Fiebig  scheidet zum Oktober 1928 bereits aus

1929    20.12.1929 – 28.02.1937 Ehepaar Karl und Alma Engler (aus Hannover)

1937     01.03.1937 – 17.12.1937 August Windhagen (aus Dortmund)

1937    18.12.1937 – 30.06.1939 Fritz Gerke (aus Dortmund)

1939    10.07 1939 – 1953 Georg von Trümbach und seine Frau (aus Gronau)

1953    01.09.1953 – (1969?) Gustav König (aus Neu Andreasberg bei Bestwig)

             Franz Wahle (Zeiten unbekannt, aber Reihenfolge soll so stimmen

             Kurt Gems (Zeiten unbekannt, aber Reihenfolge soll so stimmen)

1969    01.12.1969 – 1974 Marga Bruchhäuser (aus Dortmund)

1974    25.06.1974 – 01.12.1978 Peter Menke (aus Voßwinkel)

Ab 01.08.1979 – 31.12.1999 war der Ratskeller an die Dortmunder Aktienbrauerei (DAB) verpachtet, die ihrerseits folgende Unterpächter hatte:

1980    01.01.1980 – 30.04.1981 Rainer Glasmacher und Hans Joachim Görgner (aus Dortmund)

1981    01.05.1981 – 14.10.1981 Günther und Waltraud Rosenhöfer (aus Dortmund)

1981    15.10.1981 – 31.12.1986 Manfred und Karin Gawlowski (aus Dortmund)

1987    01.01.1987 – 06 05.1998 Domenico Peloso (aus Unna)

1998     07.05.1998 – 31.12.1999 Giuseppe Dota (aus Unna)

Seit dem 01.01.2000 wird der Pachtvertrag wieder ohne Brauereibindung direkt mit dem jeweiligen Pächter abgeschlossen

2000    01.01.2000 – 31.03. 2010 Guiseppe Dota (aus Unna)

2010    bis 30.04.2011 Leerstand

2011    01.05 2011- Mai 2012 II Capo Holzwickede GmbH (aus Dortmund)

2012    Mai bis 15.11. 2012 Leerstand

2012  seit 16.11 2012 Reitsport GmbH Ratskeller (aus Unna)

2023  Aufgabe der  Gastronomie  im Ratskeller zugunsten der Brasserie im neuen Rathausanbau und neu  barrierefrei gestaltet für Hochzeitsgesellschaften und Vereinswesen nach Voranmeldung

Anmerkung

Ein neues Thema  ist noch nicht angedacht und eine wöchentliche Einstellung  ist aus verschiedenen Gründen  nicht mehr möglich. Es mangelt nicht an Themen und nicht an eigenen Ansichtskarten, Fotos und gesammelten Belegstücken ebenso wie freundlicherweise zur Verfügung gestelltes Material, aber man wird nicht jünger und auch der familiäre Zeitanspruch bedarf der Berücksichtigung.

Vielleicht wäre aber eine kürzere Ausarbeitung zur „Schönen Flöte“  einmal vorstellbar.

Ich bedanke mich für Ihr Interesse. Die Homepage hatte in den letzten 12 Monaten ohne Hinweise  in der Presse und Zeitungen  über 24000  Besuche, umfasst ausgedruckt  im DIN A4 Format bis dato 630 Seiten (ohne Menüpunkt Nachrichten) und davon zum Menüpunkt Rathaus  240 Seiten.

Hinweise, Ergänzungen oder Fehlermeldungen sind erwünscht und werden gerne unter Quellenangabe eingefügt. An dieser Stelle auch ein Dankeschön für die  zur Verfügung gestellten Abbildungen. Nicht immer findet sich eine Quellenangabe und ich bitte gegebenenfalls um Meldung zum Verweis und nachträgliche Genehmigung.

Vielleicht bis demnächst wieder einmal, Ihr E.-M.Eden, Holzwickede