Holzwickede – Rathaus Holzwickede

30. Fortsetzung

24.09..2025

Zurück zum  Rathaus mit der neuen Marktplatzgestaltung im Jahr 1964

 

Die Sirene auf dem Rathausdach lieferte sicherlich im 2. Weltkrieg ein unheimliches und beängstigendes  Signal für die Bevölkerung und auch das Entwarnungssignal verschaffte nur ein kurzes Gefühl der Entspannung und Erleichterung. Ich kenne diese alte Sirene nur noch  zur Aktivierung der freiwilligen  Feuerwehr und die Zeitspanne zwischen Alarmierung mittels Sirenenton und Martinshorn der ausrückenden Feuerwehrwagen war ein interessanter Hinweis für das Mobilisierungstempo und auch das ist schon Vergangenheit (heute gängig über Funkmeldeempfänger oder Alarm-Apps).

Rathaus und Marktplatz wurden schon mehrfach zusammen abgebildet, aber das Stichwort freiwillige Feuerwehr soll wenigstens noch einige Impressionen hervorrufen aus der Zeit von 1957 mit dem Neubau der Feuerwache auf dem Marktplatz und der Umzug in den Neubau der Feuerwache an der Bahnhofstraße erfolgte 30 Jahre später im Jahr 1987. Das Gebäude neben dem Rathaus übernahm die  Verwaltung der Wasserversorgung der Gemeinde bis zum Bau der Rathauserweiterung. Die Wasserversorgung übernahm dann nach Rathausanbau  das Haus der freiwilligen Feuerwehr in Opherdicke (s. Neubau Feuerwache gemeinsam für die Ortsteile Opherdicke und Hengsen). Die freiwerdende Feuerwache Hengsen übernahm  dann übrigens das Deutsche Rote Kreuz.

 

Das vorstehende Foto aus dem Jahr 1964  belegt die Ausrangierung  mit feierlicher Schmückung eines alten Feuerwehrautos. Der Gemeindedirektor Köcher (2.v.l.) hält die Ansprache, rechts daneben Kreisbrandmeister Rüstemeyer und mancher Holzwickeder erkennt sicherlich noch Mitglieder aus den Familien Fernholz, Zweihoff, Stasius, Kohlmann und Haerecke. Damit waren die Holzwickeder Bürger fortan aber nicht ungeschützt. Das folgende Foto belegt die gleichzeitige  Anschaffung  eines neuen Löschfahrzeugs ebenfalls festlich geschmückt und diesmal hält wohl der Bürgermeister Erwin Heller  (links) die Festrede.

 

Im Jahr 1966 wird die Gemeinde Holzwickede übrigens amtsfrei und scheidet aus dem Amt Unna-Kamen aus  und auch telefonisch wird die Gemeinde selbstständig und erhält  ein eigenes Ortsnetz (Neubau Ecke Sölderstraße und Emscherweg) mit zugehörigem Fernsprechbereich.

Im Jahr 1978 präsentiert die freiwillige Feierwehr Holzwicke  stolz ihren angewachsenen Maschinenpark vor der Feuerwache neben dem Rathaus

 

Entsprechend der Gemeindeentwicklung wurde die freiwillige Feuerwehr  aufgerüstet und im Jahr 1987 waren die Verhältnisse am Rathausplatz nicht mehr zweckmäßig und ein Neubau erfolgte an der Bahnhofstraße, der auch schon mittlerweile wieder vergrößert wurde. Auch die Feuerwehr Holzwickede hätte schon einen eigenen  Menüpunkt verdient.

 

Die angesprochene Gemeindeentwicklung entspricht nun berechtigt dem  Begriff  Großgemeinde  und dies führt uns zurück in das Jahr 1968 mit der Bildung dieser Großgemeinde im Zusammenschluss der bis dato eigenständigen Gemeinden Hengsen, Opherdicke  mit und unter der Gesamtortsbezeichnung Holzwickede (Topografie aus Informationen für Bürger u. Gäste der Emscherquellgemeinde Holzwickede  2018).

 

Die bis dato eigenständigen Gemeinden Hengsen und Opherdicke mit ihren Bürgern und politischen Vertretern  haben  die „Geburt“  mit und zur   Großgemeinde Holzwickede teils als „ zwanghafte Eingemeindung“  empfunden und  die zugehörige durchaus forcierte Kommunalreform  auf  Landes – und Kreisebene  mit Argwohn betrachtet. Trotz teils hitziger Diskussionen in den Gemeinderäten  vor Ort  wurde  das Amt Unna-Kamen in NRW quasi zum  zügigen Vorreiter  der Kommunalreform  und im Dezember 1967  war mit dem  „Unna-Gesetz“   die Großgemeinde Holzwickede  beschlossen.  Der Verlust für Holzwickede mit einigen sonst doppelten Straßennamen ist sicherlich als geringfügig zu betrachten, der Gewinn  für die drei Gemeindeteile  hat sich aber sicherlich in allen Bereichen  (u.a Wirtschaftsförderung, Schulen, Kultur und Infrastruktur) bestätigt. Die gemeinsamen Berührungspunkte bestanden  eigentlich schon seit Jahrhunderten  bezüglich Kirchspiel, Standesamt, Friedhof und zB. auch gemeinsame Steuerhebestelle seit 1908 in der damaligen Kaiserstraße von Holzwickede.

Die Dynamik nun  im gemeinsamen  Gemeinderat zur weiteren Entwicklung  war in weiteren Entscheidungen sichtbar und dies z.B. auch in der Schulplanung. Die Schulentwicklung wäre ein eigenes Thema, hier nun zumindest  der wichtige Schritt zur neuen Hauptschule. In diesem Fall erwarb die Gemeinde Holzwickede Hof und Hofgelände Kissing an der Opherdickerstraße. Folgend links oben der Hof Landwirt Kissing gebaut  ca.  zum Jahr 1895/96 durch den Landwirt Schoof, der durch Bergbauschäden seine alte Hofstelle  an die Zeche verkaufte. Alte und neue Hofstelle lagen damals an der Hohenzollernstraße der heutigen Opherdicker Straße. Letzter Pächter der Hofstelle war nun Heinrich Kissing.

 

Vorstehend abgebildet rechts unten der Eingangsbereich der neuen Hauptschule errichtet östlich vom Hofgebäude Schoof / Kissing. Im folgenden Bildensemble rechts oben in schwarz/weiß  mit Blick von der Opherdicker- zur Massenerstraße der Neubau Hauptschule mit Kleinschwimmhalle und rechts daneben in den Bäumen  noch das Hofgebäude Kissing. Nach Abriss wurde hier die Hilgenbaumhalle als große Sporthalle im Jahr 1976 errichtet und die Rausinger Halle (ehemalige Turnhalle der Präparandenanstalt und einziges  Überbleibsel nach Luftangriff 1945) wurde umgebaut und als Mehrzweckhalle  seither  vielfältig durch die Gemeindeverwaltung  selbst bzw. für  Kultur – und Festveranstaltungen zur Verfügung gestellt  und genutzt.

 

Auf dem obigen Bildensemble links unten mittlerweile das  seit dem Jahr 1993 geplante gesamte Schulzentrum nun  mit Blick  über die Massener- zur Opherdickerstraße mit Hauptschule, Gymnasium (gegründet 1993), Forum,  Kleinschwimmhalle, Bibliothek und Sportplatz und  die  Hilgenbaumhalle  mit großem Parkplatzgelände. Bild Copyright H. Blossey.  Links ist noch knapp ein Gebäude der Karl Brauckmann Schule  (gegründet 1978) angeschnitten, die aktuell aufwendig als Förderschule ausgebaut wird und auch das Gymnasium  plant bereits  Erweiterungsbauten.

Im Jahr 1968 wurde auch der Emscherpark  umgestaltet und erweitert  zwischen Park- und Kirchstraße. Dazu einmal zwei Ansichten im Vergleich links ca. aus dem Jahr 1960 rechts im Jahr 1970.

 

Die linke Ansicht belegt das  Gelände ca. um das Jahr 1960. Die Müllhalde vor dem Gutshof Dudenroth ist abgeräumt. Die Kirchstraße endet an der Allee. Die Notunterkunft Zahnarzt Moritz vor dem Haus Dr. Feldmann ist bereits abgerissen und der Nachfolger mit Zahnarzt Sonnenschein hat schon  neben Dr. Feldmann an der Allee Richtung Süden  neu gebaut. Im Norden zur Parkstraße hin  schon eine kleine Parkerstgestaltung. Studio Hagenbruch entfernt.

Rechts ebenso ein Luftbildfoto nun aus dem Jahr 1970  zeigt die Um- und Erweiterung zum Emscherpark aus dem Jahr 1968. Im mittleren Teil eine kleine Teichanlage  der durchfließenden Emscher und zur Kirchstraße hin  eine erste Spielplatzversion und damit nimmt das Parkgelände nun die Gesamtfläche zwischen Park- und Kirchstraße ein. Es sollten später noch mehrfach Umgestaltungen  folgen dieser innerörtlichen  schönen Parkanlage.

In beiden Ansichten natürlich noch keine Bebauung  mit Ärztehaus und COOP- Geschäft.

Ansonsten verweise ich  in diesem Zusammenhang auf den Menüpunkt   Holzwickede  - Emscher.

Im Rahmen der  Bildung der Großgemeinde  Holzwickede mit den vielfältig ausgelösten Aktivitäten ist noch im 1968 der Erwerb der Zechensiedlung  „alte Kolonie“ erwähnenswert, um ein Gewerbegebiet  zu etablieren. Neben der Wohnbebauung ist eine gesunde Wirtschaftsstruktur   sinnvoll zur Schaffung von  Arbeitsplätzen  und mit der Gewerbesteuer  die finanzielle Basis der vielfältigen Gemeindeaufgaben zu sichern.

Zu den Gewerbegebieten ist später noch eine kleine Zusammenfassung geplant. Bezüglich Zechensiedlung  vielleicht einen Blick in den Menüpunkt   Holzwickede  - Zeche werfen. Das folgende Bild (Copyright Luftaufnahme H. Blossey) gibt zumindest einen gewissen Überblick. Die Gewerbegebiete  im Norden zur B1 und Flughafen  hin wurden nicht gleichzeitig erschlossen.

Links die Zechenarbeiterkolonie aus dem Jahr 1873 und das Gelände gehört zum Gewerbegebiet Wilhelmstraße/Zur Alten Kolonie und ist mit einem gelben Rechteck auf der rechten Ansicht versehen. Angesiedelt wurden auf dem Gelände der Kolonie u.a. Firmen aus dem Baustoffsektor, Autohäuser, Getränkemarkt und eine Tankstelle. Die beiden gelben Rechtecke unmittelbar vor dem neuen Porsche-Zentrum gehören noch zum Gewerbegebiet ECO Port, der nach Westen hin stark verbreitert ist und dort sein Hauptgebiet umfaßt s. später mehr dazu. Die drei gelben Rechtecke betreffen das Gewerbegebiet zwischen Natorper- und Stehfenstraße und davon ist die Fa. Sonepar sichtbar. Deutlich erkennbar ferner die unmittelbare Nähe  von Holzwickede zum Flughafen Dortmund (Copyright H. Blossay).

 

Fortsetzung folgt