Holzwickede Gewerbe
Fa. Wiederholt 5. Fortsetzung
09.08.2024
Das Geschick von Vincenz Wiederholt zeigt sich auch im Verkauf von „Abraumsteingeröll“ und er kann beide Bergehalden der Zeche Freiberg an die Zeche in Bönen (oder Königsborn?) im Jahr 1926 als Bergeversatz verkaufen.
Vorstehendes Bild zeigt von der Höhe der Bergehalde schon Spuren der Abräumbagger und es konnte damit zusätzlich Geländegewinn verbucht werden zum Bau einer großen neuen Haupthalle für den Versand, Magazin und die neue Presse für die ins Programm genommene Fahrradteileproduktion. Dazu eine etwas spätere Reklame unter V.W. Werke, Holzwickede
Blick in die Werkshalle der frühen Fahrradteileproduktion (Foto Markhart Ullrich)
In dieser Zeit Ende der 1930er Jahre gründet sich bereits ein Werkschor mit ca. 80 Sängern und an dieser Stelle schon der Hinweis zur Entwicklung zum gemischten Chor nach dem 2. Weltkrieg, da wohl die „sangesfreudigen Werksdamen“ nicht zurückstehen wollten
Es folgt ein weiteres Beispiel zum erfolgreichen Verkauf der Rohrproduktion
Der Bau der ersten Westfalenhalle Dortmund im Jahr 1925 in Holzbauweise wurde durch Luftangriff 1944 zerstört. Die VW-Werke machten nun Reklame mit ihrer Ausstattung und VW.-Stahlpanzerrohren über eine Länge von 55000m für das Elektroleitungsnetz und beziehen sich auf die größte Halle Europas. Mit der größten Halle Europas kann daher eigentlich nur der Erstbau definiert werden und nicht der Wiederaufbau im Jahr 1952. Folgend aber die Erstbauversion der Westfalenhalle.
Ob bei dem Neubau die Werke Wiederholt erneut zum Zuge kamen, konnte ich nicht recherchieren, zumindest wird mit dem Bildnis der neuen Halle eine Reklame gestaltet (vielleicht aber in Ermangelung eines Bildes der ersten Bauversion aus dem Jahr 1925).
Das Jahr 1928 führte zur Gründung der Fa, „Gartenschmuck“. Nach meinen Notizen ärgerte sich Vincenz Wiederholt über die schiefen Wäschepfosten in seinem Vorgarten mit durchhängenden Leinen und seine Idee war wohl angelehnt an den Bierflaschenverschluss mit Hilfe seiner Mitarbeiter einen Wäschepfahl zu konstruieren mit einem einfachen Spannverschluss für eine festsitzende Wäscheleine und es wurde ein erfolgreiches Patent.
Obige Abbildung ungespannt, untere Ansicht gespannter Bügel zur Einklemmung der Wäscheleine. Vorteil war einhändige Anwendung des Spannverschlusses und die andere Hand konnte die Wäscheleine einlegen. Der Wäschepfahl konnte in gedeckelte rostsicher verzinkte Erdhülsen standsicher aufgestellt werden und die Rasenfläche konnte durch raschen Abbau frei genutzt werden. Reklame 1935
Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeit wurde der Patentwäschepfahl eine erfolgreiche Geschäftsidee und das Programm von M. W. Gartenschmuck wurde stetig erweitert (siehe oben rechts im Jahr 1935) und 2x rettete die Sparte Gartenschmuck die Gesamtbilanz für Wiederholt.
Folgend eine weitere Reklameanzeige aus dem Jahr 1935 und hier nun unter Gartenschmuck GmbH. Innerhalb kürzester Zeit wechselte übrigens der Firmenname GARTENSCHMUCK über M.W. Gartenschmuck zu Gartenschmuck GmbH und dann zu V.W. Gartenschmuck. Die kurzfristigen Änderungen der Namensgebung im Handelsregister sind evtl. in der Auseinandersetzung der Geschäftspartner Mayweg und Wiederholt zum Jahr 1935 hin zu sehen (dazu nachfolgende weitere Ausführungen).
Reklameinserat 1935
Geschäfts-Papiere Gartenschmuck GmbH 1935 mit Absenderfreistempel, aber M &W
Eine Rechnung aus dem Jahr 1940
Nun ist oben auch M.W. Gartenschmuck ohne Mayweg zu V.W. Gartenschmuck mutiert.
In diesem Zusammenhang doch noch ein Blick voraus in die Zeit der jungen Bundesrepublik Deutschland. Zunächst der Messeauftritt auf der Kölner Frühjahrsmesse im Jahr 1953
und ein Ensemble mit Absenderfreistempeln der Gartenschmuckabteilung über Ortsstempel Holzwickede Kreis Unna dann PLZ 4757 bis hin zur PLZ 4755 und hier im Jahr 1971. Ob Vincenz Wiederholt auf dem Foto soeben die Idee des Wäschepfahls einfällt, ist nicht überliefert.
Fortsetzung folgt