Holzwickede – Zeche

4. Fortsetzung

04.04.2023

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Nachfolgend eine Lieferbestätigung über 200 Ctr. (200 Zentner, aber die Abkürzung der Kohlenqualität kann ich nicht zuordnen) der Zeche Caroline Holzwickede mit Datum vom 7.Febr. 1884 per Bahnpost  auf der Strecke HAGEN – SOEST

 

Bahnpoststempel HAGEN  720  SOEST

 

Aus dem Jahr 1885 kann ich einen Brief vom Amtsgericht Unna mit Datum vom 28.11. (Einkreispoststempel Unna und Holzwickede) vorstellen mit der Anschrift

 

An

den Berginvaliden Herrn Wilhelm

Thiekötter

In den Bäumen

b/Hengsen

b/Holzwickede

 

Zunächst einmal zur Adresse. Mit in den Bäumen bei Hengsen ist die alte Hofstelle Lohhof  gemeint (urkundlich 1767 erwähnt). Über die Tochter und Enkeltochter  ist der Hof unter Heuvelmann und dann Partmann zu registrieren und so liegt der Hof auch relativ einsam am Partmansweg im alten Flurstück Krümde unterhalb der Vierbecke. Ein Großteil des Geländes auf dem Haarstrang unterhalb von Hengsen und Opherdicke runter in Richtung  Ruhrtal wurde 1938 unter Zwang realisiertes Militärgelände  und heutiges Landschaftsschutzgebiet. Meines  Wissens  nach musste der Hof Lohhoff ca. 30 Morgen an das Militär abgeben.

Ferner ist auf die Situation des Berginvaliden einzugehen. In den alten Adressbüchern zu Holzwickede, Hengsen und Opherdicke findet sich vielfach der Hinweis auf  Berginvaliden  und wenn man sich einmal ein Untertagebild anschaut, wird es verständlich.

 

Ein Bild aus dem vorgestellten Buch von J. Huske und hier 3 Bergarbeiter um das Jahr 1930. Der Hauer im Schrägflöz, Mächtigkeit allenfalls 1,3m und zwei Bergleute verbringen die abgeschlagene Kohle in gebückter Haltung zur Lore.  Der Schlauch lässt auf einen Abbauhammer schließen (Einführung im Zechenbau um das Jahr 1900) und bis dahin nur  Gebrauch der  Hacke in den Flözen von vielleicht nur 60cm Stärke im staubigen Dunkel. Man ahnt die Verletzungsgefahr z.B. durch Strebbruch. Dazu noch ein Bild aus der Serie Valentina -art.

 

Diese Arbeitsbedingungen mit gemeinschaftlichem  Risiko  förderte schon seit dem frühen Mittelalter  die Solidaritätsidee der Bergleute und mündete in frühen gegenseitigen Unterstützungsmaßnahmen und mündeten in den Knappschaftsstrukturen, weit vor den Sozialversicherungen Bismarcks.

Dazu einmal beispielhaft die Bergarbeiter-Familie Brune  aus Landskrone – Sölde. Mit Eintritt in die Knappschaft erhielt der Bergmann die Knappschaftsordnung ausgehändigt, hier  in der Auflage aus dem Jahr 1845.

In der Knappschaftskate zu Brune kann  nun  die Mitgliedschaft über 2 Generationen belegt werden. Caspar Heinrich Brune geb. 23.November 1823 zu Sölde dokumentiert sich  im Register II. Klasse unter der Nummer 3473 mit der Unterschrift des Königl. Preuß. Märkischem Berg=amt   mit Datum vom 12.Juli 1850.

 

Der Bergarbeiter Heinrich Adolf Brune geb. am 23. Dezember 1852 zu Landskrone (im Dreick Sölde, Sölderholz und Holzwickede) war Bergmann II. Klasse in der Aufnahme = Bescheinigung der Knappschaft – Bochum  am 16. Juni 1876 und erhielt die Nummer 36069) (Erstregistrierung unter 24846  am 7.12.1871) und dazu findet sich noch eine beglaubigte (im Amt Aplerbeck im Kreis Hörde) Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers mit der Zeche Caroline mit Datum vom 26. November 1890.

 

Dazu ferner  eine Postkarte mit Vor- und Rückseite des Allgemeinen  Knappschafts-Vereins zu Bochum  an den versicherten Emil Büscher in Holzwickede mit Datum vom 9.1.1897

 

 

 

Der Adresshinweis Holzwickede Kr. Hörde ist korrekt, bis zum Jahr 1927 gehörte Holzwickede zum Amt Aplerbeck  im Verwaltungskreis Hörde.

 

Dazu ferner eine Vorläufige Bescheinigung vom Allgemeinen Knappschaftsverein zu Bochum für Einzahlungen in der 5.Lohnklasse. Der Bergmann arbeitete auf der Zeche Freiberg im östlichen Randgebiet von Sölde (ab 1927/29 zugehörig zu Holzwickede). Datum 30.Juni 1906. Die Zeche Freiberg wurde im Jahr 1912 wegen Erschöpfung der Kohlenflöze stillgelegt und war nebenbei bemerkt jahrelang in der Jahresproduktion der Zeche Caroline  voraus. Interessant zum roten Stempel Zeche Freiberg der weitere Stempel Holzwickede ebenfalls im Rotton. Vielleicht hatte der Knappschaftsverein in Bochum schon die Gebietsreform geahnt.

 

Zurück  zur Zeche Caroline zum Ende des 19. Jahrhunderts. Folgend erneut eine Postkartenbeförderung auf der Bahnpoststrecke Hagen – Soest aus dem Jahr 1887 und hier mit dem Gumminebenstempel im Farbton rot  nun der Gewerkschaft Caroline. Gebeten wird um die Zuführung einer Rechnung.

 

Fortsetzung folgt