Holzwickede   Kellerkopfdenkmal

8. Fortsetzung

23.03.2026

 

Zunächst noch eine Fotoansicht  5 Tage vor der Einweihung des Denkmals (26. August 2029) . Im Vordergrund das freigelegte „Felsenmeer“ am Kellerkopf und die Stützmauer der 2. Denkmalsebene  mit Kränzen sichtbar geschmückt. Auch unter den Bronzereliefansichten von linksseitig General=Feldmarschalls Gottlieb Graf von Haeseler, der von 1890 bis 1903 das Armeekorps in Metz  kommandierte und rechts das Bronzerelief von  Oberst Carl von  Lengerke, dem letzten Friedenskommandeur  des 1. Lothringischen Infanterie Regiments 130 sind Kränze aufgehängt. Bewusst hat man damit sicherlich namhafte  Militärs aus noch „unbesiegten Zeiten“ gewählt ohne Schmach an den verlorenen  1. Weltkriegs.  Der 130er Soldat auf dem Sockel ist noch unverhüllt.

 

Als am Einweihungstag der Festzug das Denkmal erreichte, loderten in den seitlichen Türmen oberhalb der Bronzereliefs in den steinernen Feuerschalen  Reisiggeflecht, die Ehrengäste und teils Angehörige stellten sich auf der 3. Ebene um den Denkmalsockel auf. Die seitlichen Aufgangstreppen waren mit Fahnen  des 130er Regiments und der zahlreichen Kriegervereine  geschmückt, die auf Ebene 1 platziert waren zusammen mit den Besuchern, die teils bis zur Talwiese und den Versorgungszelten  standen. Folgend die Talwiese mit freiem Blick auf das Gesamtdenkmal zu Ehren der 130er. Regimenter in Metz

 

Kanonendonner   eröffnete den Festakt

Die Feuerwehr-Kapelle-Remscheid  spielte das „Niederländische Dankgebet“  von Joseph Weyl (*1877) vermutlich zurückgehend  auf den Sieg der Niederlande gegen Spanien bei der Stadt Turnhout  im Jahr 1597.

 

Dazu eine Feldpostkarte vom 4.11.1916 aus Kalscheuren an den Uffz.Steinberg.

 

Es war ein Lieblingslied von Wilhelm II. und wurde in der NS – Zeit  noch gehuldigt und  war noch damals Bestandteil in der Zapfenstreichzeremonie.

 

Von den vielen existierenden verherrlichenden und zeitgenössischen Ansichtskarten dazu oben ein besonders extremes Beispiel der martialischen Einstellung zum kommenden 1. Weltkrieg.  Das Volk steht auf, der Sturm bricht los  aus dem Gedicht  Männer und Buben von Theodor Körner (Freiheitskämpfer unter den schwarzen Dragonern  gegen Napoleon und am 17. Juni 1813 verwundet und gefallenund auch die Textzeilen stammen aus diesem  Werk. Kurz zur Erläuterung: mit dem FLAMBERG ist das ehemals beidhändig geführte Schwert der Landsknechte gemeint  und  ferner die Feldpostkarte  mit den Worten  Wilhelm II. Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie mit den Vätern. Dieser anmaßende und unerfüllbare Wunsch wurde in allen Feldgottesdiensten und auf allen Seiten von den Kriegsparteien hoffärtig gepredigt.

Ein Sohn des gefallenen Oberst Carl von  Lengerke hielt als Pfarrer die ersten Worte  zum Weiheakt, würdigte die gefallenen Soldaten im Gebet und übergab zur Festrede an Generalmajor a. D. Stachow als Kommandeur des aktiven Regiments  und Protektor des Reichsbundes  der Nr.130.

Dazu der Journalist des WA

 

Der Schreiber im Hellweger Anzeiger  hat wohl die Rede vermutlich stenografisch festgehalten und  wesentlich ausführlicher wiedergegeben. Eine Vorstellung „der Blut- und Boden-Rede“  ist hier nicht vorgesehen.

Ich habe aber einmal einige Wortinhalte durchgezählt.

Volk kam 17x, deutsch und Vaterland 11x, Opfer 6x, Blut, Ehre, Treue und Freiheit jeweils 5x, Tod und Einigkeit jeweils 4x vor. Tatenruhm und germanisches Wesen liefen  mit Gesinnung und Kampf unter ferner liefen.

Wie oben beschrieben fiel die Hülle vom Soldaten, beim  begleitenden Lied „vom guten Kameraden“ senkten sich die Fahnen  und es folgte ein Abschlussgebet. Major Thiele übernahm das Wort, begrüßte die Ehrengäste und dankte für die Spenden zur Errichtung und  (zitiert):

übergab dann im Namen des Denkmal-Ausschusses das Wahrzeichen der Tapferkeit des Regiments 130 in treue Obhut den Händen des Bundes-Vorsitzenden  Kamerad Wilhelm Menne aus Dortmund !

Es folgte die Kranzniederlegung, das Deutschlandlied wurde gesungen und endete mit einem  dreimaligen  brausenden  Hurra auf das Deutsche Vaterland.

Bildhauer Richter – Elsner und Major Thiele wurden zuvor noch mit einem Orden für ihre Verdienste für den Denkmalbau ausgezeichnet und dazu folgende Fotoansichten

 

Linksseitig Bildhauer Fritz Richter – Elsner vor dem Bronzerelief von  Oberst Carl von  Lengerke, dem letzten Friedenskommandeur  des 1. Lothringischen Infanterie Regiments 130 und rechts Major a. D. Richard Thiele vor dem Bronzerelief von General=Feldmarschalls Gottlieb Graf von Haeseler, der von 1890 bis 1903 das Armeekorps in Metz  kommandierte.

Nach meinen Notizen wurden die beiden vorstehenden Fotos ebenfalls am 26.8.1929 gemacht.

Das Denkmal sollte auch den Hinterbliebenen als Ruhestätte ihrer Gefallenen dienen! Deren Leichname waren im Granat- und Gewehrfeuer  zerfetzt  und mit aufgewirbelter Erde bedeckt.


Dazu  ein Augenzeugenbericht zum überstürzten Nachtangriff am 9./10. September 1914 der 130er auf Heippes  u.a. mit  dem Tod  von Oberst Carl von  Lengerke im Nachrichtenblatt der 130er (Quelle W. Hochgräber).

Warnung: Text erfordert starke Nerven!

 

Zum Hinweis Trier 1881 – 1884 neben Metz 1884 – 1918:

Infanterieregiment Nr. 130 war ursprünglich in Trier stationiert. 1881 nach  Einverleibung von Elsaß-Lothringen von den Franzosen im Krieg 1870/71(s. Eisenerz = 50% dort der damaligen Weltproduktion) wurde das Regiment nach Metz verlegt.

Fortsetzungen sind wünschenswert, aber aktuell  mit Zeitverzögerung belastet.

Bis demnächst wieder einmal, Ihr E.-M.Eden, Holzwickede