Holzwickede   Kellerkopfdenkmal

4. Fortsetzung

06.01.2026

 

Der Absicht ein Denkmal für die Gefallenen des 1.Weltkrieges zu errichten, folgt die Suche nach einem  Bildhauer  und Abklärung der finanziellen Möglichkeiten.

Mit Fritz Richter-Elsner  fand sich ein Berliner Bildhauer, der in der Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges durch  Denkmäler  bezüglich der Erinnerungskultur an die toten deutschen Soldaten  mehrfach in Erscheinung getreten war.

In unserer Region  waren gleich 3 Arbeiten zwischen den Jahren 1926 und 1929  die Folge. 1926 erhielt er den Auftrag für das Kellerkopf-Denkmal, 1927 übernahm er auch die Ausführung für das  Mahnmal der Gefallenen der Gemeinden Opherdicke und Hengsen mit Platzierung an deren gemeinsamer Gemeindegrenze und Einweihung im Jahr 1928 und aus diesem Jahr stammt auch  in Dortmund-Löttringhausen ein Kriegerdenkmal von ihm.

nachfolgend von links nach rechts Opherdicke-Hengsen, Dortmund-Löttringhausen

und Kellerkopf Hengsen

 

Deutlich erkennbar in den Ausführungen ist die Wunschvorstellung der Auftraggeber zu registrieren. Für die Gemeinden Hengsen und Opherdicke  kann die Gestaltung zum Mahnmal festgehalten werden mit dem verletzten Soldaten, der zwar noch Koppel und Seitengewehr in der erschlafften linken Hand hält  aber hilfreich gestützt wird von seinem Kriegskameraden. Das mittlere Bild zeigt die Tendenz zum Kriegerdenkmal  in Dortmund-Löttringhausen mit Soldat und Gewehr. Das Kellerkopf-Denkmal ist mit dem Blick des  bewaffneten Soldaten nach Metz und der erhobenen rechten Schwurhand  sicher mit revanchistischen Tendenzen ausgearbeitet (dazu an späterer Stelle weitere  ausführliche Anmerkungen zum Denkmal- Kellerkopf).

Aber auch der finanzielle  Aspekt war zu beachten. Das Kellerkopf-Denkmal war auch größenmäßig  aufwendig in 3 Ebenen konzipiert, hatte in seinen 3 Ebenen ca. 30m Höhe  und die Bauzeit betrug immerhin bis zur Einweihung 3 Jahre.

Bausteinkarten wurden entworfen und baten um finanzielle Unterstützung für den Denkmalbau.  Dabei wurden natürlich Entwurfszeichnungen genutzt, verschiedene Texte angefügt  und ich unterscheide bis dato 3 verschiedene Bausteinkarten.

Zunächst die Entwurfszeichnung Fritz Richter – Elsner

Fec. (für lat. fecit = hat es gemacht) Fritz Richter-Elsner, Bln.=Friedrichshagen

 

Stempel Fritz Richter – Elsner

Die obige Entwurfszeichnung wurde auch zur Herstellung einer Ansichtskarte genutzt mit dem Texthinweis

Das Denkmal der Treue

errichtet vom Reichsbund der 130er für

die Regimenter 130 und seine treuen Toten.

Auf der Haar bei Hengsen i. Westf.

Nachfolgend die Entwurfszeichnung Fritz Richter – Elsner in leicht veränderter Form (Sonne mit Strahlenkranz fehlt) als Ansichtskarte. Die Postkarte wurde  an der Landpoststelle Hengsen aufgegeben  im Jahr 1931 und lief daher noch über Fröndenberg (Ruhr). Der Text bezieht sich auf einen Besuch am Kellerkopf – Denkmal. Diese Karten waren wohl  in der Gaststätte Pampus erhältlich gewesen.

 

nachfolgend beispielhaft nun eine Bausteinkarte

 

Die vorstehende Bausteinkarte basiert natürlich auf der geplanten  Entwurfssituation zum Denkmal  und im Felsen“meer“ unterhalb trägt ein Stein eine Inschrift. Dazu einmal die Steinvergrößerung  in die Bausteinkarte platziert, um die Texte besser  lesen zu können.

 

BAUSTEIN zum Bau eines Heldenmals für die im Weltkriege gefallenen Kameraden des I.R.130 und R.I.R.130 und der Festungs=M.G.A. 12

Die Abkürzungen betreffen mit I.R. das Infanterie Regiment 130 und mit R.I.R. das Reserve  Infanterie Regiment 130 ferner die Festungs – Maschinen – Gewehr – Abteilung 12 (Festungs=M.G.A. Nr. 12  Metz etabliert im Jahr 1913 im I.R.130  und unterstellt dem XVI Armee Korps).

Die gedreht eingefügte  Steininschrift lautet Den Helden des 130. Inf. Reg.

Unten:

Das Denkmal bei Hengsen zwischen Schwerte=Holzwickede. Grundsteinlegung 5.9.1926. Enthüllung September 1927 (war wohl ein geplanter Termin, der nicht eingehalten werden konnte).

Beiträge an: Denkmalsfond 130 der Gewerbebank Unna (Postscheckkonto Dortmund 12410).

Diese Bausteinzeichnung  existiert auch in einer weiteren Ansicht

 

Der rückseitige Text ist unverändert zur vorherigen Karte. Das Bild wurde lediglich verkleinert mit  Textfeld und Kontoangabe  unten ausgeführt.

Folgend die vorstehende obige bekannte  Entwurfszeichnung wieder im Großformat (nicht abgebildet), aber eine  veränderte Textanordnung.

 

Der Angabe Festungs=M.G.A.13 liegt wohl ein Druckfehler statt 12 zu Grunde, denn die Festungs-Maschinengewehr-Abteilung Nr. 13 war als 14. Kompanie  dem 6. Lothringischen Königs-Infanterie-Regiment  Nr. 145 in Moulin bei Metz unterstellt.

Übrigens wurde vorstehende Bausteinkarte am 9. Tag nach der Einweihungsfeier des Denkmals verwendet.

dazu noch eine Maschinengewehr – Abteilung im 1. Weltkrieg

 

Fortsetzung folgt