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Ruhrtal 1000 Jahre - von Lappenhausen bis zum Wellenbad.

3. Fortsetzung

08.09.2026

 

In diesem Zusammenhang ist höchst interessant, dass - beauftragt im Jahr 1776 -  durch Freifrau von Elverfeldt geborene von der Marck zu Villigst das zugehörige frey adeliche Guth das Haus Ruhr oder Lappenhausen durch  die von seiner königlichen  Majestät approbierten und vereydigten Landmessser Arnold Ditrich und Heinrich Wilhelm Northaus  vermessen wurde.

dazu nachfolgend die Gesamtdokumentation

 

Die Schrift ist recht klein und belegt das ausgemessene Gesamtgelände zum Haus Ruhr und entsprechend findet sich etwas mühsam auch die Lappenmühle und die Ölmühle Lütgemüller.

 

Die Landmesser fertigten dazu auch eine Landschaftsskizze an

 

Das Haus Ruhr mit den Gräften und eingezeichnet Pferde- und Rübenkamp sowie Garten und Spinplatz.  Oberhalb der Lappenmühle der Stauteich (mit blauem Rechteck markiert und Wasserversorgung aus der Vierbecke) mit Abfluss zur Ruhr und noch rechts die  Lutcke  Mühle (Lütgemüller).

Detailausschnitt

 

Nach Abtragung der Burg wurde ein Wirtschaftshof errichtet, ferner ein Stallgebäude angelegt und das Backhaus  stand auf den alten Resten der Wehrmauer. Dazu ein Blick ca. 1930

 

Das Bild fordert zudem auf die Vermutung einer Hochwassergefährdung durch die Sprengung der Möhnetalsperre  für das Wirtschaftsgebäude zu den Akten zulegen. In der 25. Fortsetzung zum Rathaus (https://www.eden-internet.de/holzwickede-rathaus/25-fortsetzung-rathaus) ist folgender Passus

Dazu ist auch an dieser Stelle in Holzwickede das Russenlager – der Stadtwerke Dortmund Energie  & Wasser im Bereich Lappenhausen an der Ruhr anzuführen, das chancenlos der Flut nach der zerstörten Sperrmauer der Möhne – Talsperre  im Mai 1943 durch britische Flieger  mittels „Rollbombe“ ausgesetzt war.

Die Flutwelle erreichte 3m über Norm und Landarbeiter vom Hof Lütgemüller wurden im  Ruhrtal  Hengsen wohl von der Flutwelle überrascht  und kamen  dabei ums Leben.

Bei weiterem Interesse empfiehlt sich durchaus  zur Möhnetalsperre und auch bezüglich des britischen Luftangriffs  die Wikipedia-Seite im Internet  s.a. ferner Zwangsarbeiterlager Möhnewiesen bei Neheim.

 

Dazu  ein Bild vom Wellenbad  mit der Markierungstafel zum Hochwasser 1943

 

Das rote Rechteck markiert die Hochwassergrenze nach der Talsperrensprengung am 17. Mai 1943 am Gasthof Wellenbad  und die vergleichbaren Höhenverhältnisse zur Ruhr belegen die Nichtgefährdung durch Hochwasser des Wirtschaftsgebäudes oder Stallgebäudes Lappenhausen als Unterkunft. Auch die Belegung mit russischen Zwangsarbeitern durch die Stadtwerke Dortmund bedarf einer neuen Sichtweise Die Studienarbeit von Frau Sally Woggon (2022) beschreibt die Belegung  in Lappenhausen mit 100 serbischen Zwangsarbeitern durch die Baufirma Karl Dittrich aus Schwerte.

Zurück nach Lappenhausen.

Das Mühlenproberegister  aus dem Jahr 1777 in der Bearbeitung von Willy Timm offenbart die Bevölkerungszahlen des Amtes Märkischer Kreis und das Adeliche Hauß Lappe wird noch  mit 213 Personen angegeben und damit eine doch recht erstaunliche Zahl. Aber es dokumentiert sich hier auch die nötige Handarbeit in allen Arbeitsbereichen. Küche, Garten, Felder  bedurften zahlreicher Hände, um die Arbeit zu bewältigen. Es  wird auch die Personenzahl der über 60jährigen Bewohner mit 14 angeben und ich sehe hier doch die damals  reduzierte  Lebenserwartung. Tragisch finde ich noch Mitte des 19. Jahrhunderts die Kindersterblichkeit  mit 25% bis zum 10. Lebensjahr. Tuberkulose, Diphtherie, Masern, Keuchhusten spez. im Säuglingsalter  und die sporadisch auftretende Pockenerkrankung (Variola vera) waren eine erhebliche Lebensgefahr.

Noch im Jahr 1900 waren  70% der Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt und aktuell nur noch 2% aller Beschäftigten. Allerdings wären hier noch die Saisonarbeiter zu berücksichtigen. Hier noch einmal beispielhaft ein Bild der Landwirtschaft der Grafen von der Schulenburg zu Wolfsburg um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert mit den zahlreich notwendig Beschäftigten !

 

Aktuell ersetzen Maschinen in der Landwirtschaft  die menschliche Einsatzkraft

 

Eine Fortsetzung ist  bei Gelenheit angedacht, Ihr Edo-Meino Eden, Holzwickede