Mahnmal  für die Gefallenen

Opherdicke und Hengsen

16.05.2026

Ich habe mich doch noch einmal  an den PC gesetzt, um auch das Mahnmal für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges  der Haarstrangdörfer  Opherdicke und Hengsen gemäß meinen Notizen vorzustellen. Es fügt sich durchaus etwas passend an das Kellerkopfthema an.

Dazu auch Passagen aus dem Thema Kellerkopfdenkmal, denn der ausführende Bildhauer war in beiden Fällen Fritz Richter – Elsner aus Berlin-Friedrichshagen.

Der Absicht ein Denkmal für die Gefallenen des 1.Weltkrieges zu errichten, folgt die Suche nach einem  Bildhauer  und Abklärung der finanziellen Möglichkeiten. Mit Fritz Richter-Elsner  fand sich ein Berliner Bildhauer, der in der Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges durch  Denkmäler  bezüglich der Erinnerungskultur an die toten deutschen Soldaten  mehrfach in Erscheinung getreten war.

In unserer Region  waren gleich 3 Arbeiten zwischen den Jahren 1926 und 1929  die Folge. 1926 erhielt er den Auftrag für das Kellerkopf-Denkmal, 1927 übernahm er auch die Ausführung für das  Mahnmal der Gefallenen der Gemeinden Opherdicke und Hengsen mit Platzierung an deren gemeinsamer Gemeindegrenze und Einweihung im Jahr 1928 und aus diesem Jahr stammt auch  in Dortmund-Löttringhausen ein Kriegerdenkmal von ihm.

nachfolgend von links nach rechts Opherdicke-Hengsen,

Dortmund-Löttringhausen und Kellerkopf Hengsen

 

Deutlich erkennbar in den Ausführungen ist die Wunschvorstellung der Auftraggeber zu registrieren. Für die Gemeinden Hengsen und Opherdicke  kann die Gestaltung zum Mahnmal festgehalten werden mit dem verletzten Soldaten.

Das mittlere Bild zeigt die Tendenz zum Kriegerdenkmal  in Dortmund-Löttringhausen mit Soldat und Gewehr. Das Kellerkopf-Denkmal ist mit dem Blick des  bewaffneten Soldaten nach Metz und der erhobenen rechten Schwurhand  sicher mit revanchistischen Tendenzen ausgearbeitet (dazu weitere  ausführliche Anmerkungen im Menüpunkt Denkmal - Kellerkopf.

Auch dieses Mahnmal zu Ehren der Gefallenen des 1. Weltkrieges der Gemeinden Opherdicke und Hengsen auf der Haarstranghöhe auf der Grenze der beiden Ortsteile war ein Werk von Fritz Richter – Elsner und dazu nachfolgend seine Entwurfszeichnung  vermutlich aus dem Jahr 1926 für den Bau ab 1927.

 

Auch das Grundstück wurde entsprechend an der Ortsgrenze auf dem Haarstrang ausgewählt. Ich habe dazu einmal eine Topografie ca. aus dem Jahr 1800 genommen (Zeit von Freiherr von Stein, Cappenberg) und den Denkmalplatz rot zwischen Opherdicke und Hengsen markiert.

 

Die Topografie ist ein näheres  Betrachten wert mit  Landwirt  Kocks Camp  oberhalb  der Vierbecke, die gänzlich noch fehlende direkte Straße nach Holzwickede (s.Bruch Holzwickeder Bach) sondern der abbiegende Hengser Weg. Dies war auch der weniger steile Postweg vom Hof Strenge aus am Landwirt Richwin vorbei auf den Hengser Weg unterhalb von Opherdicke  und Verbindung mit der Holzwickeder Straße Richtung Weißenburger  (Masssener) Straße. Hier vereinigten sich dann die Postwege Thurn und Taxis über den Hof Strenge und die preußische Post (kurzfristig unter Napoleon auch die Bergische Post) von der Landskrone kommend  auf dem weiteren Weg nach Unna  durch die Schöne Flöte und das Liedbachtal.

Für die Gemeinden Hengsen und Opherdicke  kann die Gestaltung zum Mahnmal festgehalten werden mit dem verletzten Soldaten. der zwar noch Koppel und Seitengewehr in der erschlafften linken Hand hält  aber hilfreich gestützt wird von seinem Kriegskameraden. 

 

Folgend nach meiner Meinung die  früheste Ansicht  der   ersten Ausführung. Die Seitenwände der Vertiefung zum Denkmal waren mit Feldsteinen  belegt mit den eingemeißelten Namen der Gefallenen  links für die Gemeinde Opherdicke und rechts für die Gemeinde Hengsen. Nach mündlicher Überlieferung sollen die Namen der Gefallenen aber auf einer Urkunde  im Denkmal selbst auch  archiviert worden sein. Zudem sind auf Tafeln die Namen in der katholischen und evangelischen Kirche Opherdicke festgehalten mit  20 Toten aus Hengsen und 14 Toten aus Opherdicke.

Die Einweihung des Denkmals unter großer Teilnahme der Bevölkerung war der 4.8.1928.

 

Nachfolgend ein Detail aus einer Mehrbild-Fotoansichtskarte (Vertrieb Wilhelm Frieg, Lebensmittelhändler in Hengsen)  geschrieben gemäß Poststempel im Jahr 1940. Die Feldsteine mit den eingehauenen Namen  sind durch Pflanzenwuchs überdeckt. Zudem verwitterten die Feldsteine und die Inschriften wurden unleserlich.

 

Die folgende Detailansicht zeigt das Mahnmal nach Säuberung der Feldsteine vom Pflanzenbewuchs (Ansichtskartenverlag Walter Jappe, Lübeck ca. aus dem Jahr 1950).

 

 

Der 2. Weltkrieg hatte erneut  unsägliches Elend über die Familien gebracht mit deutlich mehr gefallenen Soldaten aus Opherdicke und Hengsen verglichen zum 1. Weltkrieg.

Im Jahr 1952 wurde das Gelände  neu strukturiert. Die Mulde zum Denkmal hin wurde  verfüllt und planiert unter Belassung der seitlich liegenden Feldsteine !

Es tauchte die Frage der Erweiterung  des Mahnmals Opherdicke/Hengsen von 1928  zu Ehren und Mahnung  der Gefallenen aus dem 2. Weltkrieg  in den Jahren 1954/57auf.  Hier zeigt sich der Unterschied zum Kellerkopfdenkmal, das die Hinterbliebenen  der überregionalen Verbände der 130.er Regimenter aus Metz  nur   bezüglich  des 1. Weltkrieges gestaltet haben.

Der Amtsbaurat Hiddemann aus Unna erhielt den Auftrag auf dem Haarstrang zur ergänzenden Gestaltung und wählte  eine Pylonenform aus, die in zweifacher Ausführung  und versehen mit Gedenktafeln rechts und links zum vorhandenen Denkmal aufgestellt wurden. Hiddemann übernahm auch die Bauleitung. Die Bauausführung  übernahm  die Fa. Pfeil aus Holzwickede und die Bronzeplatten  wurden von der Fa. Hänisch  aus Unna gefertigt.

Am Volkstrauertag, dem 16. November 1958  fand die Einweihung des neu gestalteten Areals  statt  und die Pylonen  von ihrer Umhüllung befreit.

Nachfolgend eine sehr frühe Detailaufnahme aus einer Mehrbildansichtskarte

 

Herausgeber war die Fa. Tausendfreund aus Hamburg  ca. 1960 und tituliert nicht mit Ehrenmal sondern als Kriegerdenkmal ihre Fotoansicht.

 

Fortsetzung wünschenswert, aber aktuell  mit Zeitverzögerung belastet.

Bis demnächst wieder einmal, Ihr E.-M.Eden, Holzwickede