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Mahnmal für die Gefallenen
Opherdicke und Hengsen
28.05.2026
Mahnmal Opherdicke – Hengsen mit den neuen Pylonen und Kranz vor dem Denkmal 1914 -1918. Hinter den Bronzetafeln waren die Namenslisten der Gefallenen aus dem Krieg 1939 – 1945 hinterlegt. Dazu beauftragte Bürgermeister Adrian aus Hengsen den Verband der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen der Ortsgruppe Opherdicke – Hengsen von allen Einwohnern die Namen der Gefallenen und Vermissten sorgfältig von Haus zu Haus zu ermitteln und dabei die nach dem Weltkrieg zugezogenen Familien ebenfalls in die Befragung einzuschließen. Daraus wurden Urkunden durch den Architekten Reckmann aus Hengsen erstellt und hinter den Bronzetafeln deponiert.
östlicher Pylon für Opherdicke
westlicher Pylon für Hengsen
Dabei wurden für Hengsen 49 Gefallene ermittelt, einschließlich der kriegsbedingten Toten bis 1946. Erschreckend die Zahl der Vermissten mit 36 Personenangaben.
Für Opherdicke waren 36 entsprechend an Gefallenen registriert worden und die Zahl der Vermissten betrug 11.
Die obigen Zahlen beziehen sich auf eine Niederschrift zum 5.12. 1958 unterschrieben vom Bürgermeister Brauckmann für Hengsen und Bürgermeister Wortmann für Opherdicke und ist im Gemeindearchiv hinterlegt.
An jedem Volkstrauertag wurde unter Einbeziehung von Kirchen, Vereinen und Schulen die Gedenkfeier organisiert. Das Mahnmal Opherdicke / Hengsen hat auch die Feierlichkeiten für die heutige Gesamtgemeinde übernommen, nachdem das Denkmal von Josef Baron im Holzwickeder Gemeindepark entfernt wurde. Folgend aktuelles Bild der Mahnmalanlage.
Der Vollständigkeit halber soll noch auf ein 3. Denkmal in Opherdicke kurz verwiesen werden.
Schon einmal gab es für Opherdicke und Hengsen ein gemeinsames Kriegerdenkmal aber zu Ehren der Gefallenen im siegreichen Krieg 1870/71.
Die Ausführung entsprach dem damaligen Zeitgeist und dies in der Regel überregional, wobei der Siegesadler als Krönung nicht fehlen durfte.
Die nachfolgende Abbildung zeigt links das Denkmal auf dem Haarstrang auf dem Gelände der evangelischen Kirche und rechts für die Gemeinde Holzwickede im Alten Dorf. Einmal ist der Pylon eckig und einmal rund ausgeführt.
Während das Denkmal Holzwickede später auf den Rathausplatz umgesiedelt wurde, steht in Opherdicke das Denkmal an alter Stelle unverändert nur der verwitterte Adler in Opherdicke konnte nicht fliegen, aber meines Wissens nach war der Absturz ohne Personenschaden.
Opherdicke Altes Dorf - Holzwickede
Das Denkmal im Alten Dorf gegenüber der ehemaligen Südschule war aber im Jahr 1910 auf den zukünftigen neuen Marktplatz vor dem Rathaus umgezogen. Für die Gefallenen des 1. WK fand übrigens später am 15.6.1924 eine Ehrenveranstaltung statt mit Ergänzungstafeln zu den Gefallenen.
Links oben Denkmal 1870/71 im Alten Dorf und rechts umgesetzt zum Markt und auf der Kirchstraße (heute Goethestraße) ein Menschenzug aus dem Alten Dorf zur Feier am Denkmal.
Am 15.6.1924 fand also auf dem zukünftigen Marktplatzdort die große Feier mit der Tafelergänzung der Gefallenen aus dem 1. Weltkrieg statt. 1962 wurde das Kriegerdenkmal abgerissen und das neue Mahnmal für die Opfer und Gefallenen vom Bildhauer Josef Baron aus Hemmerde wurde im neu gebauten Emscherpark 1963 eingeweiht und ist schon wieder dort verschwunden.
Noch ein aktueller Blick nach Opherdicke
Das Kriegerdenkmal steht wie ein Obelisk auf dem Grundstück der evangelischen Kirche und
oben im Kreissegment in einer Kreuzstruktur die Zahlen 1870 / 1871
Eingemeißelt darunter: D. Herrn (?) tapferen Kriegern zum Gedächtnis die Gemeinden Opherdicke und Hengsen. Die oberste Zeile mit Abkürzungen konnte ich leider nicht sicher entziffern, vielleicht ist ein Homepagebesucher hilfreich.
Darunter in goldener Schrift auf blauem Grund Es starben den Tod für König, Kaiser und Vaterland Anno 1870 / 71
Heinrich Kohlmann
Wilhelm Pampus
Friedrich Kranefeld
Carl Lohoff
Die weiteren 3 blauen Tafeln im Sockel sind unbeschriftet
und wurden wohl auch nicht benötigt.
Nebenbei bemerkt, bis 1900 starben im Kriegszustand in der Regel wenige Zivilisten. Im 1. Weltkrieg durch Hunger, Seuchen näherten sich die Zahlen für Soldaten und Zivilisten einander. Im 2. Weltkrieg gab es Länder mit mehr toten Zivilisten als Soldaten und die aktuelle Zeit belegt diese Veränderung z.B. Palästina, Irak, Iran.
Zum Ende der kleinen Abhandlung noch einmal 130 Jahre Denkmal Opherdicke – Hengsen
Ein neues Thema wäre sicherlich zu finden, aber die Realisierung ist aus verschiedenen Gründen schwierig und nebenbei vermerkt, man wird nicht jünger und 3 Jahre Homepage eden-internet waren für mich aber selbst höchst interessant !
Vielleicht bis demnächst wieder einmal, Ihr E.-M.Eden, Holzwickede